Wirksame Malariaprävention

Die Anopheles-Mücke überträgt Malaria. swissinfo.ch

Die Schweiz leistet Pionierarbeit in der Malaria-Prävention: Mittels Moskito-Netzen konnte die Kinder-Sterblichkeit in Tansania gesenkt werden. In jedem Jahr werden mehrere Millionen Menschen von der Malaria angesteckt.

Dieser Inhalt wurde am 25. April 2001 - 16:45 publiziert

Mit 65'000 verkauften Moskito-Netzen, die mit einem Insektizid behandelt wurden, konnte die Kinder-Sterblichkeit in zwei Bezirken im Süden Tanzanias um fast einen Drittel gesenkt werden. Dieses Pionier-Projekt wird seit 1996 vom Schweizerischen Tropeninstitut (STI) und der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) durchgeführt.

"Heute haben zwei von drei Kleinkindern ein solches Moskito-Netz, und die Malariafälle konnten in den von der Kampagne erreichten Gebieten um 60% reduziert werden", erklärte Professor Marcel Tanner, Leiter des STI, gegenüber swissinfo. Die Schweizer Kampagne erstreckt sich über die südlichen Bezirke Kilombero und Ulanga mit rund 350'000 Einwohnern.

Form, Grösse und Farbe der Moskito-Netze seien den Bedürfnissen und dem Geschmack der Benutzer angepasst worden. "Die Herstellung der Netze gab lokalen Textilfabriken Auftrieb und liess gar eine neue Industrie entstehen", teilte die DEZA mit. Die Moskito-Netze würden zusätzlich mit einem Insektizid behandelt, das für den Menschen ungefährlich sei, jedoch ihre Schutzwirkung beträchtlich erhöhe.

Pro Jahr eine Million Malaria-Tote

"Die Malaria ist eine Krankheit der Armen", sagte Dora Rapold, Leiterin der Abteilung 'Themen und Fachwissen' der DEZA, gegenüber swissinfo. Rund eine Million Menschen sterben jedes Jahr an dieser Krankheit, die durch die Stiche der Anopheles-Mücke übertragen wird. Von Malaria betroffen sind vor allem Frauen und Kinder. Insgesamt wird von 500 Millionen Menschen ausgegangen.

In Afrika treten 90 Prozent der Malaria-Fälle südlich der Sahara auf. Tansania zählt zu den Ländern mit der höchsten Ansteckungs-Rate. Die meisten Menschen werden jährlich mehrere hundert Mal angesteckt. "Die Malaria ist nicht auszurotten", fügte Rapold hinzu.

Weltweit positives Echo

Das Präventions-Programm soll jetzt auf ganz Tansania ausgeweitet werden, in enger Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen und privaten Sektor. Das Projekt stiess auch international auf ein sehr positives Echo: Es wurde in die Initiative "Roll Back Malaria" der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Eindämmung der Malaria aufgenommen.

"Damit kann das Wissen breit genutzt werden, das die Schweiz in Zusammenarbeit mit stark von Malaria betroffenen Ländern während über zehn Jahren erarbeitet hat", schreibt die DEZA in einem Communiqué. Die Malaria-Prävention und Behandlung ist zentraler Bestandteil in allen Gesundheits-Programmen der DEZA.

Alina Kunz Popper

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