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Wirksame Waffe gegen die Unerwünschten

AFIS füttert die Fingerabdrücke direkt in den Computer. Keystone

Seit Anfang Jahr werden an 38 Schweizer Grenzübergängen digital Fingerabdrücke genommen und mit bestehenden verglichen. Das System hat sich bewährt.

Dieser Inhalt wurde am 28. Mai 2003 - 08:48 publiziert

Zöllner konnten unter anderem Flüchtlinge zurückweisen, die bereits früher in Datenbanken erfasst worden waren.

"Wir sind sehr begeistert", sagte Werner Schöni, stellvertretender Leiter des Grenzwachtkommandos II, über das System mit dem Namen "automatisiertes Fingerabdruck Identifizierungs-System", kurz AFIS, an einer Medienkonferenz am Dienstag.

AFIS ermöglicht es Grenzbeamten, Daumenabdrücke von Ausländern und Ausländerinnen zu nehmen, per Computer zu erfassen und zur AFIS-Servicestelle nach Bern zu übermitteln.

Dort wird innerhalb weniger Minuten festgestellt, ob die Fingerabdrücke bereits vorhanden sind. Ist dies der Fall, wird ermittelt, ob die Person bereits ein Asylgesuch eingereicht hat, oder ob sie polizeilich erfasst wurde.

57 Menschen zurückgeschafft

Von den bisher 3457 AFIS-Anfragen von Grenzwächtern ergaben 1591 Treffer im Asyl- oder Polizeiwesen. 177 Übereinstimmungen betrafen Datenbestände des Bundesamts für Flüchtlinge (BFF).

"In 57 Fällen hat das dazu geführt, dass identifizierte Personen direkt in ein Drittland zurück gewiesen worden sind", sagte Beat Perler, Chef Identifikation des BFF. Das Bundesamt identifiziert mit Hilfe von AFIS Asyl-Suchende, die ohne Papiere oder mit falschen Identitäten einzureisen versuchten.

An "Asylkanälen" installiert

Bis Ende 2003 sollen 54 Schweizer Grenzposten - fast die Hälfte aller Übergänge - und 20 Botschaften mit dem AFIS-System ausgerüstet sein.

Die Standorte seien bereits vor längerer Zeit festgelegt worden, sagte Schöni. Man habe sich dabei nach den "Asylkanälen" gerichtet - im Engadin gebe es deshalb beispielsweise keine AFIS-Station.

Weltweit einzigartiges Tempo

Stolz zeigten sich die Verantwortlichen über die Effizienz des Schweizer Systems. Es sei das schnellste in Europa, erklärte Roland Gander, Chef AFIS-Dienste beim Bundesamt für Polizei. Im Ausland dauere eine vergleichbare Anfrage viel länger.

Ausserdem bestehe nirgends sonst die Möglichkeit, sowohl auf Fingerabdrücke aus dem Asylwesen als auch aus dem polizeilichen Bereich über das gleiche System zugreifen zu können, ergänzte er.

Alte Technologie im neuen Glanz

Als erste hatte sich die amerikanische Bundespolizei FBI in den 60er Jahren daran gemacht, Fingerabdrücke elektronisch zu erfassen und auszuwerten. Das FBI kontrolliert auch noch heute alle AFIS-Produkte auf die Erfüllung der vom FBI definierten Spezifikationen.

Auch das System der Motorola-Tochter Printak, das die Schweizer Behörden seit 1984 einsetzen, ist vom FBI zertifiziert. Seit 1986 wird es auch im Asylwesen eingesetzt. In Europa benutzen neben der Schweiz auch Deutschland, Frankreich und Spanien AFIS-Systeme.

swissinfo und Agenturen

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