Wirtschaft verlangt weniger Steuern

Andres F. Leuenberger, der Präsident von "economiesuisse". Keystone

Die Schweizer Wirtschaft fordert den Kurswechsel in der Steuer- und Finanzpolitik. Die Gewinnsteuer müsse um einen vollen Prozentpunkt gesenkt werden,verlangt Economie-Präsident Andres F. Leuenberger.

Dieser Inhalt wurde am 02. Mai 2001 - 15:06 publiziert

Mehr Öffentlichkeit versprach "economiesuisse", der Dachverband der Schweizer Wirtschaft. So stellte er denn seinen Jahresbericht erstmals an einer Medienkonferenz vor.

Rekord-Steuern

Economiesuisse-Präsident Andres F. Leuenberger legte den Akzent auf die Finanz- und Steuerpolitik und prangerte die rekordhohe Zunahme der Fiskal- und der Staatsquote in den 90er Jahren an.

Der Trend gehe eindeutig in die falsche Richtung, und es gebe keine Anzeichen dafür, dass sich die Schweizer Regierung wirklich für eine effektive Stärkung der steuerlichen Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz einsetze.

Inakzeptabel sei, dass die Unternehmen leer ausgingen bei der geplanten Steuerreform der Regierung. Der Dachverband der Wirtschaft fordert deshalb eine Senkung des Gewinnsteuersatzes für Unternehmen um einen Prozentpunkt auf 7,5%, was mit jährlichen Steuerausfällen von 600 bis 700 Mio. Franken verbunden wäre.

Weiter will economiesuisse den Systemwechsel bei der Wohneigentums-Besteuerung zurückstellen und bei der Familienbesteuerung das Familiensplitting unterstützen. Über das erste Steuerpaket, das voraussichtlich im Herbst ins Parlament kommt, hinaus fordert der Wirtschafts-Dachverband ein zweites Paket, das die Unternehmen steuerlich erleichtert.

UNO ja, EU keine Priorität

In einem aussenpolitischen Tour d'Horizon bekräftigte Vizepräsident Charles Pictet das Interesse der Schweiz an einer neuen Welthandelsrunde der WTO und wandte sich gegen Dogmatismus und Fundamentalismus sowohl der Globalisierungs-Gegner wie auch der rechtsnationalen isolationistischen Kreise.

Die Frage des EU-Beitritts ist demgegenüber für die Wirtschaft kein prioritäres Thema. Man halte sich alle Optionen offen. Den UNO-Beitritt will der Wirtschaftsdachverband mit Nachdruck unterstützen.

Ohne Arbeitgeber-Verband

Der Arbeitgeberverbands wird in absehabarer Zeit nicht in den Wirtschafts-Dachverband economiesuisse integriert, sagte Leuenberger. Der am vergangenen 15. September aus der Zusammenlegung von Vorort und Wirtschafts-Förderung entstandene neue Dachverband war ursprünglich als Dreierfusion geplant gewesen. Der Arbeitgeberverband lehnte einen Beitritt aber ab.

swissinfo und Agenturen

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