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Schiffs-Streit auf dem Bodensee

Schweizer Schiffe sind in Deutschland nicht willkommen. Keystone

Überraschung für Schweizer Schiffe in deutschen Häfen: Sie müssen plötzlich Gebühren bezahlen. Und Passagiere sind erzürnt, weil ihnen der Fahrplan der Schweizer Schiffe vorenthalten wird.

Dieser Inhalt wurde am 01. Juni 2017 - 17:37 publiziert
swissinfo.ch und SRF (Schweiz aktuell vom 31.05.2017)

Zwischen den deutschen und schweizerischen Schifffahrtsunternehmen am Bodensee herrscht dicke Luft. Die Schweizer konkurrenzieren neu die deutschen Kursschiffe von Konstanz in Richtung Mainau. Dafür erheben die Deutschen nun für Schweizer Schiffe Gebühren. Diese sind war zwar angedroht worden. Der definitive Entscheid kam aber Knall auf Fall.

"Der Zeitpunkt ist auffällig"

"So etwas hat es noch gar nie gegeben, nie in all den Jahrzehnten, in denen die vier hiesigen Schifffahrtsgesellschaften unterdessen zusammenarbeiten", sagt Erich Hefti, Oberkapitän der Schweizerischen Bodensee-Schifffahrtsgesellschaft AG (SBS) zum "St. Galler TagblattExterner Link". So müsste seine Schifffahrtsgesellschaft in der Saison 2017 rund 22'000 bis 54'000 Euro zahlen, je nach Anzahl und Methode der Anlegungen. Die Deutschen begründen die Gebühr mit den Kosten für Hafenmeister und Infrastruktur. Kapitän Hefti aber sagt: "Es ist auffällig, dass die Massnahmen zeitgleich zur Einführung unseres Kurses in Kraft treten sollen."

Damit nicht genug: Wer vom Meersburger Hafen oder von der Insel Mainau aus nach Konstanz will, findet nur deutsche Schiffe auf den Anzeigeschildern. Im Konstanzer Hafen wird die Abfahrt der Schweizer Schiffe nicht angezeigt und nicht vermeldet. Diese Informationslücken frustrieren die Passagiere.

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Umgehen oder wenigstens reduzieren lässt sich die Zusatzgebühr, indem die Schweizer Schifffahrtsgesellschaften nun auf jahrzehntealte Dienstleistungen in Konstanz verzichtet. So zum Beispiel auf die Hilfe des Hafenmeisters beim Anlegen. "Das machen unsere Mitarbeiter nun alles selbst vom Schiff aus", erklärt ein Schweizer Kapitän. Gegenmassnahmen, wie etwa der Austritt aus dem gemeinsamen Verband, sind angedacht. Vorerst aber wolle man miteinander im Gespräch bleiben und nach Lösungen suchen, die für alle Seiten akzeptabel seien.

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