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Wo bleiben die Tore?

Lange Gesichter auf der Schweizer Spielerbank.

(swissinfo.ch)

Das Schweizer Eishockey-Nationalteam hat an der WM in Schweden ein enormes offensives Problem: Am Donnerstag gabs eine 0:3-Niederlage gegen die USA.

Nationalcoach Ralph Krueger versteht die Welt nicht mehr. Er war der erste Playoff-Topskorer in Deutschland. Er sagt über sich, dass seine einzige Qualität als Spieler das Toreschiessen gewesen sei. Und nun trainiert er eine Mannschaft, die vieles richtig macht, aber das Tor nicht trifft.

Problem in der Offensive

"Ausser beim Abschluss kann ich meiner Mannschaft keine Vorwürfe machen", so Ralph Krueger. "Beim Toreschiessen haben wir aber ein sehr seriöses Problem."

Vielleicht wurde Krueger gegen die USA zum ersten Mal klar, dass der offensive Substanzverlust vor dieser WM doch zu gross gewesen war, denn erstmals sprach der Nationalcoach in seiner Analyse von sich aus von den Abwesenden - von denen, die "nicht hungrig auf die Nationalmannschaft waren oder sonst nicht ins Team passten". Gemeint sind Riesen, Jenni, Reto von Arx und Rötheli.

Sieg der Effizienz

Die erste von drei Zwischenrunden-Partien der Schweizer war das Spiel einer grossen vergebenen Chance. Noch nie war ein Schweizer Nationalteam an einer Weltmeisterschaft gegen einen Gegner aus Nordamerika so leicht zu so guten Torchancen gekommen wie am Donnerstagnachmittag in Karlstad gegen die USA.

Martin Höhener kam schon in der 2. Minute völlig freistehend und unbedrängt vor dem USA-Tor an den Puck, brachte indessen die Scheibe nicht unter Kontrolle. Zwei Minuten später jubelte Martin Steinegger zu früh.

Und beim Stand von 0:1 besassen Sandy Jeannin, wieder Steinegger, Jean-Jacques Aeschlimann und vor allem Björn Christen weitere erstklassige Möglichkeiten.

Die Amerikaner dagegen demonstrierten ihrem staunenden Gegner, was Effizienz ist. Mark Murphy nützte nach 340 Sekunden die erste Torchance zum Führungstor. Unmittelbar vor und nach der ersten Drittelspause erhöhten Richard Park (bei fünf gegen drei) und Steve Konowalchuk auf 3:0. Die Amerikaner nützten drei Scoring-Chancen zu drei Toren. Nun war die Partie entschieden und verlor danach an Gehalt.

Streits Foul

Es gab im Schweizer Team insbesondere bei den Gegentoren noch andere unglückliche Figuren als nur die erfolglosen Stürmer. Beim 0:1 und 0:3 gingen Rebounds an den Gegner, weil die Aufmerksamkeit fehlte.

Bei beiden Gegentoren stand die Klotener Formation um Martin Plüss mit den Verteidigern Höhener und Steve Hirschi auf dem Eis. Torhüter Martin Gerber liess in seinem "Heimspiel" drei der ersten zwölf Schüsse passieren und muss befürchten, ausgerechnet gegen Kanada mit Anaheim-Keeper Jean-Sébastien Giguere auf der Bank bleiben zu müssen.

Den grössten Lapsus leistete sich indessen Captain Mark Streit. Ausgerechnet Streit - denn der 24-jährige Berner Verteidiger war in Jönköping in den ersten drei WM-Partien der stärkste Schweizer gewesen. Streit beging in Unterzahl unbedrängt und während eines Schweizer Scheibenbesitzes ein Stockfoul und brachte sein Team auf diese Weise 89 Sekunden vor der ersten Pause in die doppelte Unterzahl. Die Amerikaner nutzten sie zum 2:0.

"Einen solchen Ausschluss dürfen wir uns einfach nicht erlauben", meinte Ralph Krueger. Und Streit fühlte sich vom Schiedsrichter zu hart angefasst, denn "bei vier gegen fünf wird so etwas normalerweise nicht gepfiffen".

Stimmung auf dem Tiefpunkt - Chancen aber intakt

Die Stimmung in der Kabine der Schweizer war nach dem 0:3 denkbar schlecht. "Wir brauchen ein Erfolgserlebnis - unbedingt und dringend", weiss auch Krueger.

Nach der dritten Niederlage im vierten WM-Spiel sind die Schweizer Chancen auf die Viertelfinal-Qualifikation weiterhin gering, aber immer noch intakt. Das Team von Ralph Krueger trifft am Freitagnachmittag auf Kanada.

Weiterhin möglich ist die Theorie, wonach ein hoher Sieg gegen Lettland für die Viertelfinals ausreicht: Dann nämlich, wenn Lettland am Freitag gegen Deutschland gewinnt und sowohl die Deutschen wie die Letten alle anderen Zwischenrunden-Spiele verlieren.

swissinfo und Rolf Bichsel (sda)


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