Navigation

World Economic Forum ist zu Ende

Das 30. Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos ging ist zu Ende. Globalisierung und Freihandel – aber auch deren problematische Folgen - zogen sich wie ein roter Faden durch die Diskussionen. Unbestrittener Stargast war dieses Jahr US-Präsident Clinton.

Dieser Inhalt wurde am 01. Februar 2000 - 16:18 publiziert

Das 30. Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos ging am Dienstag (01.02.) zu Ende. Globalisierung und Freihandel – aber auch deren problematische Folgen - zogen sich wie ein roter Faden durch die Diskussionen. Unbestrittener Stargast war dieses Jahr US-Präsident Clinton.

Ganz gemäss dem diesjährigen Motto "New Beginning - Making a Difference" wurde am Rande des offiziellen Geschehens bei unzähligen informellen Gesprächen ein Neuanfang nach dem gescheiterten Ministergipfel der Welthandelsorganisation WTO vor zwei Monaten in Seattle gesucht.

Keine Alternative zu Globalisierung – aber auch Bedenken

In ihren Reden erklärten zwar "Global leaders" wie Bill Clinton oder der britische Premier Tony Blair unmissverständlich, dass es zum grenzenlosen Handel und zur Globalisierung keine Alternative gebe. Dennoch zeigten sich die Eliten aus Politik und Wirtschaft von dem "Wake up-Call" aus Seattle beeindruckt.

"Wir hier oben haben Macht. Die Menschen unten haben das Gefühl von Ohnmacht", stellte Bundespräsident Ogi bereits in seiner Eröffnungsrede am Donnerstag fest.

Präsenz der NGO drinnen und draussen

Die Nichtregierungsorganisationen (NGO), die in Seattle zum Telefon gegriffen hatten, waren auch in Davos wieder anwesend. Rund 15 handverlesene NGO-Vertreter mischten sich als offizielle Teilnehmer zu den über 1000 Konzernchefs.

Einzelne NGO wählten dabei eine Doppelstrategie - drinnen und draussen präsent zu sein - und rund 1300 Personen wählten am Samstag den Protest auf den Davoser Strassen.

Gewalt gegen "Mördertreff"

So versammelten sich am Samstagmittag im verschneiten Bündner Winterkurort Globalisierungskritiker zu einer unbewilligten und teilweise gewaltsamen Demonstration gegen den "Mödertreff", während Clinton in seiner Rede vor der versammelten Prominenz aus Poltik und Wirtschaft eine Lanze für die WTO und den Freihandel brach.

Die bilateralen Kontakte der gegen 40 in Davos anwesenden Staats- und Regierungschefs und ihren Ministern blieben auf Grund des massiven Polizeiaufgebots von der Demostrationen aber unbehelligt. In die Brüche gingen die Scheiben des McDonald's- Restaurants - für viele ein Symbol für die globale Dominanz der USA.

Nahost-Friedensgipfel fiel aus

Ein ursprünglich am Rande des WEF geplanter Nahost-Gipfel von Palästinenser-Präsident Jassir Arafat und dem israelischen Premier Ehud Barak musste abgesagt werden. Barak musste wegen noch wichtigerer Verpflichtungen kurzfristig auf eine Reise in die Schweiz verzichten. Jassir Arafat war gezwungen, seine Kritik an den harzigen Nahost-Friedensverhandlungen via Medien an Barak zu richten.

25 Minuten mit Clinton

Auch eine Bundesratsdelegation bestehend aus Adolf Ogi, Kaspar Villiger, Pascal Couchepin und Joseph Deiss nutzte übers Wochenende die Präsenz der zahlreichen ausländischen Amtskollegen und Vertreter internationaler Organisationen zu Gesprächen.

Nach einem kurzen Treffen mit dem laut Couchepin "mächtigsten Mann des Planeten" wurde zudem von der Schweiz und den USA eine bilaterale Wirtschaftskommission aus der Taufe gehoben. Für den Bundespräsidenten auch ein Zeichen dafür, dass man die zeitweiligen Unstimmigkeiten zwischen Bern und Washington endgültig verabschiedet hat.

Viel Aufmerksamkeit für Wirtschaftspolitik, Internet und Gentech

Nebst der beladenen politischen Agenda kamen im schwer bewachten Davoser Kongresszentrum aber auch wirtschaftliche Fragen nicht zu kurz. So debattierten die Finanzminister aus den USA und Frankreich, Lawrence Summers und Christian Sautter, angeregt über die Ursachen der unterschiedlichen Konjunkturentwicklungen.

In vielen der über 300 Workshops im Rahmen des WEF war in den vergangenen sechs Tagen auch von der magischen Internet- und Biotechnologie-Revolution die Rede.

Gespannt lauschten die Teilnehmer so am frühen Montagmorgen den Worten von Microsoft-Chef Bill Gates und Stephen Case von America Online. Das Internet müsse für die Nutzer attraktiver werden, war zu erfahren.

Gates gab sich im weiteren als nobler Donor für eine humanitäre Sache: In Zusammenarbeit mit der WHO wird eine Kampagne gegen Krankheiten lanciert, die in der dritten Welt vor allem Kinder betreffen. Die Stiftung "Bill und Melinda Gates" liess sich nicht lumpen und stellte nicht weniger als 750 Millionen Dollar für eine breit angelegte Impfkampagne zur Verfügung.

SRI und Agenturen

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Diskutieren Sie mit!

Mit einem SWI-Account erhalten Sie die Möglichkeit, Kommentare auf unserer Webseite sowie in der SWI plus App zu erfassen.

Login oder registrieren Sie sich hier.