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WWF bezichtigt Nestlé des Verkaufs von illegalem Kaffee

Der Nationalpark Bukit Barisan Selatan in Indonesien. (Bild: Unesco)

Die Umwelt-Organisation WWF beschuldigt mehrere Lebensmittel-Giganten, darunter auch Nestlé und Kraft, illegal geernteten Kaffee aus einem indonesischen Naturpark verkauft zu haben.

Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé will in Zukunft den Kauf von illegal kultiviertem Kaffee verhindern.

In Dutzenden von Marken in den Supermarktgestellen Europas, Japans und den USA sind illegal kultivierte Kaffeebohnen zu finden.

Der WWF hat im Verlauf einer langwierigen Untersuchung in diesen Produkten Kaffee aus dem Nationalpark Bukit Barisan Selatan (BBS) auf der indonesischen Insel Sumatra gefunden.

Die illegal kultivierten Bohnen wurden mit anderem, "legalem" Kaffee vermischt, erklärt die Umwelt-Organisation in ihrem Bericht "Gone in an instant".

Werde dieser unrechtmässige Anbau im Park nicht gestoppt, würden die dort lebenden Wildtiere "in weniger als einem Jahrzehnt ausgelöscht", wird Nazir Foead, einer der WWF-Verantwortlichen in Indonesien, in einer Mitteilung zitiert.

Im theoretisch geschützten Waldgebiet leben die letzten Tiger, Elefanten und Nashörner Sumatras. Aufgrund von Satellitenphotos stellt der WFF fest, dass 20% der Parkoberfläche in Anbaugebiet verwandelt wurde und der Kaffee 45'000 Hektaren bedeckt, was ungefähr 90'000 Fussballfeldern entspricht.

Schwierige Situation

Nestlé kaufe niemals bereitwillig Kaffee aus unbekannter Quelle, erklärte Pressesprecher Robin Tickle am Dienstag. Es sei jedoch manchmal schwierig, die Herkunft der Bohnen zu bestimmen.

Der Lebensmittelgigant sei im Gespräch mit dem WWF, um in Zukunft den Kauf von illegal kultiviertem Kaffee zu verhindern. Seit 1994 arbeite Nestlé zudem mit den Produzenten aus der Region zusammen, damit diese ihre Bohnen ausserhalb des BBS kultivierten, so Tickle weiter.

"Wir arbeiten mit den indonesischen Behörden zusammen, und hoffen, dass die Vorschriften, die erlauben genau festzustellen wo der Kaffee angebaut wird, verbessert werden", sagte Tickle gegenüber swissinfo.

Die Organisation begrüsst Nestlés Anstrengungen auf dem Gebiet. Der WWF räumte ein, dass Konzerne nicht wissen könnten, wenn ihr Kaffee nicht aus legalen Quellen stamme. Andere Konzerne verleugneten die Probleme aber weiterhin.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Indonesien ist weltweit das zweitgrösste Exportland von Robusta-Kaffee.

Mehr als die Hälfte der indonesischen Robusta-Ernte wird über die Hafenstadt Lampung ausgeführt, die nahe am Nationalpark BBS liegt.

Im Jahr 2003 wurden aus dem Hafen 216'000 Tonnen Kaffee verschifft, 2005 waren es bereits 335'000.

Die Lieferungen gingen neben Nestlé und Kraft an ED&F Man, Luigi Lavazza, Marubeni, Noble Group und die Neumann Kaffee Gruppe.

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Fakten

Nestlé wurde 1866 von Henri Nestlé gegründet und ist heute der weltweit grösste Lebensmittel- und Getränkekonzern.
Nestlé beschäftigt rund 247'000 Personen und hat Betriebe oder Büros in praktisch jedem Land der Welt.
Der Hauptsitz ist in Vevey am Genfersee.

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