WWF-Schweiz: Mangelhafter Waldschutz

Der WWF erteilt dem Schweizer Waldschutz die Note mangelhaft. 1,6 Prozent des Waldes sind zwar geschützt, dies reiche jedoch nicht.

Dieser Inhalt wurde am 28. April 2003 - 17:27 publiziert

Zu diesem Schluss kommt eine WWF-Studie, die in 16 europäischen Ländern den Stand des Waldschutzes untersuchte.

Vor drei Jahren kam der World Wildelife Fund (WWF) in seiner "Waldrangliste 2000" zum Schluss, die europäischen Wälder würden zuwenig geschützt. Die zur Eröffnung der in Wien stattfindenden "Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa" vorgelegte neuste Studie bekräftige, dass kaum Fortschritte erzielt wurden, teilte der WWF mit.

Die Schweiz erreichte in der 16 Fragen umfassenden Studie 39 Prozent der möglichen Punkte und befindet sich mit Rumänien an viertletzter Stelle. Dahinter liegen nur gerade Lettland und Deutschland.

Wenig Fläche, schlechte Verteilung

"Besonders schlecht schneidet die Schweiz bei der Fläche und der geografischen Verteilung ab", erklärte Dieter Müller von WWF Schweiz. Geschützt seien gerade mal 1,6 Prozent des Waldes - ein Viertel davon macht allein der Nationalpark aus. Die meisten Schutzgebiete befinden sich gemäss Müller in ökonomisch nicht interessanten Wäldern, Bergwäldern oder Sumpfgebieten beispielsweise.

Ziel: 10 Prozent - bis 2030

Das Ziel von 10 Prozent wurde 2001 in der "Waldreservatspolitik Schweiz", einem Übereinkommen zwischen dem Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) und den Kantonen, festgehalten. Mit der Umsetzung hapert es aber.

Als positive Beispiele nennt Müller die Kantone Zürich und Solothurn, die 16,4 beziehungsweise 12,5 Prozent ihres Waldes schützen. Schlechte Noten gibt es indes für den Aspekt "Trend": Das Ziel, 10 Prozent des Waldes als Schutzgebiet auszuscheiden, ist für das Jahr 2030 gesetzt. Dies sei etwas gar langfristig, meint der WWF.

Die Resultate der Studie überraschen Müller nicht: Dass seit 2000 kaum Fortschritte beim Waldschutz erzielt worden seien, habe man gewusst. Den Worten müssten endlich Taten folgen, fordert man beim WWF deshalb dezidiert.

Gute Noten erhält die Schweiz, wenn es um die Bewirtschaft als solches gehe. "Im europäischen Vergleich werden die Wälder hier so naturnah wie möglich bewirtschaftet", sagte Müller. Dies sei zwar gut, reiche aber nicht.

swissinfo und Agenturen

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