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Ypsomed H1: Deutlicher Gewinneinbruch - Ausblick gesenkt (Zus)

Dieser Inhalt wurde am 03. November 2009 - 14:40 publiziert

Burgdorf (awp) - Für Ypsomed ist das Geschäftsjahr 2009/10 ein Übergangsjahr mit dem Ziel, die Umsatzbasis zu verbreitern und die Profitabilität zu erhöhen. Im ersten Halbjahr erlitt die Medizinaltechnikerin nun aber unerwartet einen deutlichen Gewinneinbruch, da die Produktionsvolumen vom Hauptkunden Sanofi-Aventis stärker als erwartet zurückgingen. Entsprechend gibt sich das Management vorsichtiger als zuvor und senkt die bisherigen Prognosen für das laufende Geschäftsjahr. Mittelfristig will Ypsomed aber zur früheren Wachstumsstärke zurückfinden. Am Markt quittierten die Anleger das Ergebnis mit Verkäufen.
Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres sank der Nettoerlös um 9,1% auf 126,8 Mio CHF. Der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT brach um 58,5% ein auf 6,8 Mio CHF, entsprechend einer operativen Marge von 5,4 (11,8)%. Unter dem Strich resultierte ein um 51,5% tieferer Reingewinn von 6,6 Mio CHF.
VOLUMENRÜCKGANG BEI HAUPTKUNDE BELASTET
Im Diabetes Direktgeschäft stieg der Umsatz zwar um 5,4% auf 34,2 Mio CHF, hat aber die deutlich tieferen Produktionsvolumen von Pens für Sanofi-Aventis nicht kompensieren können. Diese Abhängigkeit vom Grosskunden, der gegenwärtig noch rund 30% zum Umsatzvolumen beiträgt, soll weiter reduziert werden, sagte CEO Richard Fritschi am Dienstag vor dem Medien. Neben dem Volumenrückgang bei Sanofi-Aventis habe aber auch der schwache EUR- und USD-Kurs belastet.
Während die Produktionsvolumen im Bereich SoloStar über die nächsten Monate rasch ansteigen sollten, seien die Produktionsmengen für OptiSet, OptiClik und OptiPen Pro weiter rückläufig, so der CEO weiter. Daher sei zu erwarten, dass die Produktionsvolumen für die Insulinpens für Sanofi-Aventis kurzfristig wegen Lagereffekten und mittel- bis langfristig auf Grund der geringeren Nachfrage von Sanofi-Aventis für diese Pens deutlich sinken werden.
Da Ypsomed in den nächsten 12 bis 18 Monaten diesen Rückgang nur teilweise kompensieren könne, passe das Unternehmen seine organisatorischen und personellen Strukturen sowie die Produktion an. Zu diesem Zweck würden bestimmte Abteilungen zusammen gelegt sowie die Führungsstrukturen vereinfacht und die Geschäftsleitung verkleinert.
AUSBLICK FÜR 2009/10 GESENKT - MITTELFRISTIG ZUVERSICHTLICHER
Aufgrund der aktuell tieferen Produktionsvolumen für den Grosskunden und die erst langsam steigenden Umsätzen von Pura hat Ypsomed den Ausblick gesenkt und erwartet für das laufende Geschäftsjahr einen Umsatzrückgang von 6% gegenüber dem Vorjahr sowie eine leicht bessere EBIT-Marge als im ersten Halbjahr.
Bisher hat das Management für das laufende Geschäftsjahr ein Umsatzwachstum im einstelligen Bereich, verbunden mit einer leicht tieferen EBIT-Marge, in Aussicht gestellt. Für das Geschäftsjahr 2010/11 will der CEO seine Prognosen erst im Frühling 2010 bestätigen. Bisher erwartete das Unternehmen hier ein "signifikantes Umsatzwachstum von über 20%" und eine deutlich verbesserte Profitabilität.
Ypsomed befinde sich zwar in einem Übergangsjahr, sei aber dennoch gut aufgestellt, gab sich Fritschi zuversichtlich. Das Unternehmen sei in den attraktiven Wachstumsmärkten Selbstmedikation und Diabetes sehr gut positioniert. Auch plane das Unternehmen in Zukunft eine Reihe von neuen Produktlancierungen.
Mittelfristig seien die Wachstumsperspektiven für Ypsomed daher erfreulich, so der CEO weiter. Damit werde ein "starkes Umsatzwachstum" und eine Steigerung der EBIT-Marge in den nächsten Jahren auf wieder über 15% unter gewissen Voraussetzungen möglich. Zu diesen zählten beispielsweise, dass das eben lancierte Blutzuckermesssystem Pura die erwarteten Verkaufserfolge erziele oder dass die Volumen für den SoloStar Einweg-Pen von Sanofi-Aventis stiegen.
AKTIE UNTER DRUCK
Mit dem Zahlenausweis hat Ypsomed die Markterwartungen verfehlt, entsprechend stand die Aktie unter Abgabedruck. Bis um 13.40 Uhr verlieren die Ypsomed-Aktien in einem schwachen Gesamtmarkt 4,8%.
ch/cc/ra

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