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Zecken im Schweizer Wald bereits aktiv

Mit ihrem Speichel können die Zecken Krankheiten übertragen.

(Keystone)

Wer sich im Wald aufhält, muss sich schon jetzt vor Zecken schützen. Wegen der warmen Witterung stachen viele Blutsauger bereits an Februartagen zu.

Im Frühling erwachen die Zecken zu neuem Leben. Schon bei acht bis zehn Grad begeben sie sich auf Nahrungssuche und warten überall in der Schweiz im Unterholz auf ihre Opfer. Da es in den vergangenen Wochen sehr mild war, sind an warmen Tagen bereits sehr viele Zecken aktiv, wie Lise Gern des Zoologischen Instituts der Universität Neuenburg sagte.

Grundsätzlich sind Zeckenbisse harmlos - mit ihrem Speichel übertragen die Tiere jedoch Krankheits-Erreger auf den Menschen.

Hirnhaut-Entzündungen nach Zeckenbissen nehmen zu

Experten beobachten eine steigende Tendenz von Zecken-Hirnhaut-Entzündungen. In einem Prozent der Fälle führt die so genannte Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) zum Tod führen. Im vergangenen Jahr wurden in der Schweiz 93 FSME-Fälle registriert.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) rät Menschen, die sich in den betroffenen Gebieten aufhalten, sich gegen FSME zu impfen. Die Regionen mit hochaktiven FSME-Herden haben sich nicht verändert: Gefährliche Waldgebiete sind gemäss BAG vor allem in den Kantonen Aargau, Bern, Graubünden, Luzern, Schaffhausen, Solothurn, St. Gallen, Thurgau, Zug und Zürich sowie im Fürstentum Liechtenstein.

Berufsleute, die sich in Wäldern aufhalten (so Jäger, Försterinnen und Waldarbeiter) sind meistens durch Impfungen geschützt. Fachleute betonen jedoch, dass die Gefahr der Zeckenstiche unterschätzt werde. So seien immer mehr Menschen betroffen, die in der Freizeit durch die Wälder streiften.

Mit der Schutzimpfung sollte vorzugsweise bereits im Winter begonnen werden. Die Impfung ist aber grundsätzlich das ganze Jahr über möglich. Eine Langzeitwirkung kann nur durch drei Teilimpfungen erreicht werden.

Zecken übertragen noch zweite Krankheit

Keinen Impfschutz gibt es gegen die zweite durch Zecken ausgelöste Krankheit: die durch Bakterien übertragene Lyme-Borreliose. Bei dieser nicht meldepflichtigen Krankheit liegen den Behörden keine Zahlen vor. Es wird aber von weit mehr Übertragungen als bei FSME ausgegangen. Doch glücklicherweise bricht die Krankheit nur bei den wenigsten Menschen aus, wie der Mediziner Norbert Satz in einem Ratgeber schreibt. Die Wahrscheinlichkeit liege unter einem Prozent.

Die Lyme-Borreliose wird mit Antibiotika behandelt. Wird sie nicht rechtzeitig erkannt, können chronische Schädigungen auftreten. So greift die Krankheit Gelenke, das Nervensystem, das Herz und die Haut an. Im Gegensatz zu FSME ist der Erreger von Lyme-Borreliose in allen Schweizer Wäldern verbreitet. Experten gehen davon aus, dass fünf bis 35 Prozent, in bestimmten Gebieten gar 100 Prozent der Blutsauger den Virus in sich tragen.

Zeckn rasch entfernen

Bei einem Waldspaziergang kann man sich mit eng anliegenden Kleidern vor Zeckenstichen schützen. Sollte dennoch eine Zecke zustechen, muss sie möglichst rasch und ohne Vorbehandlung mit einer Pinzette entfernt werden. Die Fachleute warnen namentlich vor der oft angewandten Vorbehandlung mit Öl, Äther oder anderen Substanzen. Ein solches Vorgehen könne sich sogar nachteilig auswirken. Denn durch jede Reizung von aussen bestehe die Gefahr, dass die Zecke vermehrt Speichel bilde oder erbreche und damit die Erreger ins Blut übertrage.

Daniela Sigrist (associated press)


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