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Zürcher machen Radio in Basel

Sicher ein Fasnachtssujet: Zürcher kaufen das Basler Lokalradio.

(Keystone)

Der Tamedia-Konzern übernimmt für rund 24 Mio. Franken den Basler Privatradiosender Radio Basilisk. Für die Tamedia ein strategischer Schritt.

Die Tamedia (Tages Anzeiger, Facts, SonntagsZeitung, Radio 24) übernimmt mit Radio Basilisk erstmals vollständig ein Medium ausserhalb des Kantons Zürich.

Der Deal umfasst 100% der Aktien der Radio Basilisk Betriebs AG und der LH-Holding AG. Der Preis: 23,75 Mio. Franken. Die Übernahme passe voll in die Strategie, das "Radiostandbein" auszubauen, sagte Verwaltungsrats-Präsident Hans Heinrich Coninx.

Neben den Synergien im Verkauf von Werbung sei auch ein publizistisches Interesse vorhanden. Der Konzern will laut Sprecher Peter Hartmeier die Radioszene Schweiz massgebend mitbestimmen.

Eigenständig und finanziell gesund

Radio Basilisk soll als eigenständige Radiostation weitergeführt werden. Die beiden Gründer des Lokalradios, Christian Heeb und Hans-Ruedi Ledermann, werden auch nach dem Verkauf ihrer Aktien die Geschäftsführung der beiden Firmen behalten.

Von ihnen erhofft sich die Tamedia Impulse. Vor allem, weil sich die Station gegen Konkurrenzradio aus dem benachbarten Ausland behaupten muss.

Das Basler Lokalradio Basilisk schreibt schwarze Zahlen. "Ein kleines, aber rentables Imperium" sei es, schrieb unlängst die SonntagsZeitung. Beim Verkauf an die Tamedia wurde die gute wirtschaftliche Lage des Basler Lokalradios mit seinen 33 Festangestellten herausgestrichen.

Zahlen mochte der neue Tamedia-Konzernleiter Martin Kall allerdings nicht nennen. "Der Konzern gibt nie Detailzahlen über Tochterfirmen bekannt," sagte Kall.

Basler Mediengruppe und Radio Edelweiss?

Kürzlich hat sich Radio Basilisk von der Basler Mediengruppe (Basler Zeitung) getrennt. Heeb und Ledermann kauften die 40% der LH Holding zurück. Die Basler Mediengruppe allerdings liebäugelt mit einem Engagement beim Liestaler Lokalsender "Edelweiss". Die Basler Mediengruppe hat sich auch kürzlich vom Jean-Frey Verlag getrennt.

Dass man sich von Radio Basilisk getrennt hat, begründet der CEO der Basler Mediengruppe mit der "Sackgasse", in die man sich begeben habe. Man habe die Lokalstation nicht in die "Multi-Channel-Strategie" einbinden können.

Doch auch Basilisk-Gründer Heeb scheint die Lust an einer Kooperation vergangen zu sein. Der Verkauf seines Unternehmens an die Basler Mediengruppe "kommt nicht in Frage", sagte er kürzlich und kaufte die Anteile zurück.

Szene verarmt

Der fortschreitende Konzentrations-Prozess bei den Privatradios und -Fernseh-Stationen führt nach Einschätzung von Günter Heubeger, Präsident des Verbandes Schweizer Privatradios, zu einer Verarmung der regionalen Medienszene.

Mit der Übernahme des bislang unabhängigen Radio Basilisk durch die Tamedia sei faktisch nur noch das Ostschweizer Radio Top nicht von einem grossen Medienhaus abhängig.

Der Schweizer Verband der Journalistinnen und Journalisten und der Presseverein beider Basel haben "mit Überraschung und vorsichtigem Optimismus" auf die Basilisk-Übernahme durch Tamedia reagiert.

swissinfo und Agenturen

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