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Zürcher Sechseläuten-Böögg explodiert in London

In London konnte der Böögg-Klon den Flammen nicht lange widerstehen.

(Keystone)

Ein Klon des Bööggs ist auf der Themse in London angezündet worden und explodierte bereits nach rund vier Minuten mit einem heftigen Knall.

660 Zürcher Zünfter überwachten den Ehrengast bei der Einsetzung des Bürgermeisters des Stadtteils City of London.

Der Böögg brannte sehr schnell ab, wie Aurelia Carlen von Zürich Tourismus aus London berichtete. Der Böögg, erbaut vom Zürcher Böögg-Bauer Heinz Wahrenberger, wurde um 17 Uhr Ortszeit angezündet - nach Zürcher Zeit also traditionsgemäss um 18 Uhr.

Die Stimmung sei grossartig gewesen, sagte Aurelia Carlen. Allerdings habe das gleichzeitig durchgeführte Feuerwerk die Zuschauerinnen und Zuschauern etwas vom Böögg abgelenkt.

"Extreme Temperaturen"

Der Klon des Zürcher Bööggs explodierte innert vier Minuten. Und nach weniger als neun Minuten barst dann auch noch der Kopf. Dies bedeutet gemäss den "Böögg-Regeln", dass Grossbritannien einen gemischten Winter mit teilweise extremen Temperaturen zu erwarten hat.

Der Einsatz des Bööggs war lange Zeit in Frage gestellt, weil der britische Zoll einen mit Sprengstoff gefüllten Schneemann nicht einreisen lassen wollte. Also musste er die Grenze "leer" überqueren.

"Ich habe den Böögg zwei Tage vor dem Umzug präpariert. So hatte er Zeit zum Trocknen, damit er richtig zünden konnte und ordentlich explodieren", sagt Heinz Wahrenberger, seit 38 Jahren Zürcher "Böögg"-Bauer, gegenüber swissinfo. "Es galt einen Berg von Problemen zu überwinden. Ich musste rund um die Uhr arbeiten," sagte er weiter.

Schweizer Invasion

"Zuerst war es nur eine verrückte Idee. Wir dachten, es würde Spass machen, an der Londoner Parade mitzumachen", erzählt Raymond Porchet von der Zürcher Letzi-Zunft. "Zuerst hatte nur eine Handvoll Zünftler ihre Teilnahme signalisiert. Dann, ehe ich mich versah, waren es 900 interessierte Zünftler.

"Diese Wochenend-Exkursion kostete über eine Million Franken", sagte er. Die Zünftler hätten in ihre eigenen Taschen gegriffen, um die Reise zu bezahlen. Sie reisten in drei eigens gecharterten Flugzeugen an und nahmen ein ganzes Hotel im Zentrum von London in Beschlag.

Zünftler auf königlichen Pferden

An der Parade zur Einsetzung des neuen Lord Mayor des Stadtteils City of London nahmen die Zürcher Zünfte erstmals seit 1984 wieder teil. Früher liessen die Londoner nur gerade drei Teilnehmer pro Zürcher Zunft zu, diesmal durften 660 von ihnen mit Pferden und Blasmusiken teilnehmen. Dazu lieh ihnen die Queen - selbst in England absolut unüblich - erst noch 40 königliche Pferde.

Der Abstecher nach London geht zurück auf die guten Beziehungen der Letzi-Zunft zur Londoner Zunft der "Basketmakers", der einstigen Korbflechter - und damit indirekt auf den neuen Lord Mayor Robert Finch. Der Bürgermeister wird jedes Jahr neu gewählt und stand aufgrund des Wahlverfahrens längst fest.

Werbeeffekt dank Einschaltquoten

Die ganze Parade bestand aus über 6000 Teilnehmern, mehr als 140 Umzugswagen, kostümierten Darstellern und einer vergoldeten Staatskutsche, in der Lord Mayor Finch sass. Der Umzug vor knapp einer halben Million Zuschauerinnen und Zuschauern wurde auch von der BBC übertragen.

Von der Einschaltquote von gegen zwei Millionen Zuschauern in Grossbritannien und in anderen Teilen der Welt erhofft sich Zürich einen gewaltigen Werbeeffekt. Was die Stadt besonders freut: Die BBC will nächstes Jahr auch die Verbrennung des Bööggs in Zürich live übertragen.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Das Sechseläuten ist ein alljährlich in Zürich, in der Regel am 3. Montag im April gefeiertes Frühlingsfest mit Umzug der Zünfte in historischen Trachten, mit Verbrennung des Böögg als Symbolfigur des Winters.

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