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Zürich-Gruppe und die Kosten des Terrors

Die Zürich-Gruppe hat ihre Erwartungen erneut nach unten korrigiert. swissinfo.ch

Neue Gewinnwarnung: Die Zürich rechnet für 2001 mit einem Verlust von 200 Mio. bis 400 Mio. Dollar. Zudem stiess sie ihre Bâloise-Beteiligung ab.

Dieser Inhalt wurde am 21. Dezember 2001 - 20:48 publiziert

Der Kapitalgewinn von 196,5 Mio. Fr. vor Steuern aus dem Verkauf des Anteils von 21 Prozent am Basler Finanzkonzern Bâloise sei in der Verlustwarnung bereits berücksichtigt worden, sagte Zürich- Mediensprecher Max Gurtner.

Am Freitag-Morgen hatte die Zurich Financial Services Gruppe (ZFS) bekannt gegeben, dass auch der so genannte normalisierte Gewinn per Ende Geschäftsjahr 2001 um über 60% sinken werde. Der normalisierte Gewinn, der auf der Basis längerfristig erzielbarer Kapitalgewinne errechnet wird, betrage rund 700 Mio. bis 900 Mio. Dollar.

Terror-Kosten und andere Gründe

Vor dem 11. September hatte die Gruppe noch einen deutlich höheren Gewinn von 1,8 Mrd. bis 2 Mrd. Dollar in Aussicht gestellt. Der Versicherungskonzern führt eine ganze Reihe von Gründen für den Einbruch auf.

Darunter fielen die Auswirkungen der Terroranschläge vom 11. September in den USA, Wertberichtigungen auf Finanzanlagen, geringere Anlageerträge, eine unerwartet hohe Nichtleben-Schadensquote und einen Verlust aus nicht mehr weitergeführten Geschäftsbereichen.

Ausgewirkt hat sich auch die schwache Verfassung der Finanzmärkte. Die realisierten Kapitalgewinne dürften im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 Mrd. Dollar tiefer liegen, schätzt die Zürich. Unter Vorbehalt ausserordentlicher Ereignisse erwartet die Gruppe, dass sie ab 2002 wieder ein Gewinnwachstum von 10 bis 15% ausweisen wird.

Verwaltungsrats-Präsident und Konzernchef Rolf Hüppi wies vor Analysten darauf hin, dass die ZFS weiterhin angemessene Reserven habe. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Zürich ihr AA-Rating trotz des Verlustes behalten könne.

Verkauf von Bâloise-Paket

Nach Börsenschluss gab die Zürich-Gruppe den Verkauf ihrer 21- Prozent-Beteiligung an der Bâloise für 1,72 Mrd. Franken bekannt. Die Käuferin ist die niederländische Anlagegesellschaft Strategic Money Management Company (SMM), die unter dem Management der Bank ABN-Amro steht.

Der Verkauf ist Teil des Devestitions-Programms, das im Frühjahr angekündigt worden war. Der Wert der Devestitionen betrage mit diesem Verkauf mehr als 5 Mrd. US-Dollar, was deutlich mehr als das ursprüngliche Ziel von 4 Mrd. Dollar sei, hiess es weiter.

Die Bâloise habe den Schritt der Zürich-Gruppe zur Kenntnis genommen, sagte Bâloise-Sprecherin Isabelle Guggenheim. "Dies ist eine Finanztransaktion, welche die Zürich betrifft. Für uns besteht kein Handlungsbedarf."

Hüppi immer umstrittener

Analysten zeigten sich in ersten Reaktionen enttäuscht, aber nicht wirklich überrascht über die Gewinnwarnung. Heinrich Wiemer von der Privatbank Sal. Oppenheim sagte, dass es sich um die dritte Gewinnwarnung im laufenden Jahr handle. Er habe den Eindruck, dass alle negativen Faktoren und Altlasten in der Rechnung von 2001 untergebracht werden sollen.

Als störend empfand ein Analyst einer Kantonalbank die Informationspolitik von Konzernchef Hüppi. Der Druck auf Hüppi werde sicher zunehmen, sagte er. Es sei aber noch nicht absehbar, ob dieser zurücktreten werde.

Börse ungnädig

Die Aktien der ZFS brachen nach der erneuten Gewinnwarnung ein. An der Börse starteten die Titel um 8,2% tiefer gegenüber dem Vortagesschluss bei 380 Franken. Nach Börsenschluss lag der Titel mit 4,8% im Minus bei 394 Franken.

swissinfo und Agenturen

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