Zunehmendes Desinteresse an Bundesfinanzen

Schweizerinnen und Schweizer interessieren sich laut einer Umfrage des Eidgenössischen Finanzdepartements immer weniger für den Bundeshaushalt und das Sparbewusstsein. Das Vertrauen in die Zukunft der AHV nahm leicht zu.

Dieser Inhalt wurde am 18. Juli 2000 - 11:22 publiziert

Zwischen der Deutsch- und der Westschweiz vertiefte sich der Wissensgraben über Finanzfragen.

Eine im Auftrag des Finanzdepartements bei 1'031 Personen durchgeführte und anschliessend ausgewertete Analyse zu Wissen und Einstellungen der Bevölkerung zur Finanzpolitik zeigt laut einer Mitteilung vom Dienstag (18.07.) insgesamt stabile Resultate.

Mehr als ein Viertel der Befragten kennt zwar die Höhe der Bundesschulden genau. Wesentlich deutlicher vergrössert hat sich aber die Anzahl jener, die diese Frage nicht beantworten können oder wollen: Gesamtschweizerisch sind es 28 Prozent, davon 20 Prozent in der Deutschschweiz und 52 Prozent in der Westschweiz, wobei gar 60 Prozent bei den Westschweizer Frauen.

Skeptische Beurteilung der AHV-Zukunft

Dies lässt laut dem Finanzdepartement auf ein wachsendes Desinteresse am Zustand der Bundesfinanzen schliessen. Auch die Bereitschaft zu Abstrichen bei staatlichen Leistungen und zum Sparen habe abgenommen, jene zur Neuverschuldung sei dagegen gestiegen. "Der wirtschaftliche Aufschwung scheint für viele auch als Signal der Entwarnung für die Bundesfinanzen zu gelten", schreibt das EFD.

Bei der Frage nach der subjektiven Einschätzung der künftigen Sicherheit der AHV-Renten zweifeln die 25- bis 39-Jährigen am stärksten an der AHV-Sicherheit.

Fast 60 Prozent sind skeptisch, ob sie dereinst auf die AHV zählen können. Demgegenüber sehen rund 50 Prozent der derzeitigen AHV-Bezüger die AHV auch für die künftige Generation als gesichert an.

Einheitlicher Steuersatz sollte diskutiert werden

Genau wie im Vorjahr sprechen sich gemäss Mitteilung 60 Prozent der Befragten für einen in der ganzen Schweiz einheitlichen Steuersatz aus. In der Westschweiz wird die Einheitlichkeit leicht stärker als in der Deutschschweiz befürwortet.

Die Interpretation des Resultats lasse den Schluss zu, dass Vor- und Nachteile einer einheitlichen oder unterschiedlichen Besteuerung einer intensiven öffentlichen Diskussion bedürften.

Steuerbelastung zu schlecht benotet

Im Weiteren wurde die Steuerbelastung in der Schweiz schlechter eingestuft als sie in Wirklichkeit ist. 32 Prozent der Befragten stuft die Steuerbelastung in der Schweiz höher ein. Nur 27 Prozent kennen die Relationen.

Eine dramatische Fehleinschätzung der Lage sei in der Westschweiz festzustellen: Nur 14 Prozent wüssten um den günstigeren Steuerstandort Schweiz. Weiter sprechen sich 68 Prozent der Befragten dafür aus, das Bankgeheimnis beizubehalten.

Wie bereits im Vorjahr lehnen nur 19 Prozent das Bankgeheimnis ab. Die Zahl der Unentschlossenen hat allerdings gemäss der Umfrage leicht zugenommen. Stabil geblieben sind die Resultate bei den Fragen zu den Steuern.

Allerdings lasse die Unentschlossenheit auf eine wachsende Skepsis schliessen. Gefragt nach der Zufriedenheit mit dem Verhältnis zwischen Steuern und vom Staat erbrachten Leistungen taxierten 58 Prozent das Preis-/Leistungsverhältnis als annehmbar.

swissinfo und Agenturen

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