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Zusammenarbeit in Naturheilkunde

Ruth Grossenbacher, Schweizer Koordinatorin in Kuba und Nicaragua.

(swissinfo.ch)

Ruth Grossenbacher ist seit 1997 in Havanna. Sie überwacht die Herstellung von Naturheilmitteln.

Im weiteren war die Bernerin am Aufbau eines von der Schweiz finanzierten Labors für Qualitätskontrolle beteiligt.

"Sie hat jahrelang an diesem Projekt gearbeitet", erzählt der Koordinator von mediCuba, Nélido González. "Sie hatte bereits in Nicaragua viel Erfahrung in Pflanzenheilkunde gesammelt. Dass sie in unserem Labor arbeitet, hat uns sehr viel gebracht."

Gonzáles, der auch Vizedirektor der Onkologieklinik von Havanna ist, meint damit den Beitrag, den Grossenbacher zur Strategie der Wiederbelebung der lokalen Naturheilkunde in Kuba geleistet hat.

Qualitätskontrolle

Diese Strategie wurde auch von mediCuba Suisse und der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) unterstützt. Dank der Schweizer Hilfe konnte in Havanna ein Kontroll-Labor aufgebaut werden, das die Qualität der Naturheilmittel gewährleistet.

Ruth Grossenbacher, die auch von der NGO Groupe Volontaires Outre-Mer unterstützt wird, hat die Aufgabe übernommen, die Arbeiter und Techniker des Labors zu beraten und zu begleiten.

Einerseits geht es darum, die getrockneten, für die Herstellung von Naturheilmitteln vorgesehenen Pflanzen zu kontrollieren. Andererseits müssen auch die hergestellten Mittel kontrolliert werden, die für den Vertrieb bereit sind.

Zu Beginn stiess Grossenbacher auf eine gewisse Ablehnung. Schnell wurde aber klar, dass jeder Beitrag willkommen und die Hilfe aus dem Ausland sehr bereichernd war, auch in einem Bereich lokaler Tradition.

Mit der Zeit wurde das kleine Labor das beste in der kubanischen Hauptstadt und zugleich ein Modell für die anderen Provinzen des Landes. Und das Kontrollzentrum wurde gar zu einem Ausbildungszentrum.

Trotzdem brauchte es grosse Anstrengungen, bis es soweit war.

Wie der Rest des Teams hatte auch Grossenbacher wegen der unsicheren Wirtschaftssituation mit Schwierigkeiten zu kämpfen: Wasser- und Stromunterbrüche, Transportprobleme, usw.

In Nicaragua Erfahrungen gesammelt

Vor ihrer Ankunft in Kuba hatte die Bernerin bereits in Estelí, Nicaragua, ein Labor aufgebaut: Das Nationale Zentrum für traditionelle Medizin (CNMT), besser bekannt unter ISNAYA, dem Namen der dort hergestellten Heilmittel.

Sie war als Mitglied der NGO Groupe Volontaires Outre-Mer nach Nicaragua gekommen. Nach ihrem ersten Besuch 1984 beschloss sie, mit einem konkreten Entwicklungsprojekt in dieses Land, eines der ärmsten in Lateinamerika, zurückzukehren.

In Nicaragua hat sie bei Null angefangen. So musste sie unzählige Interviews mit Heilerinnen, Hebammen und anderen Leuten hinter sich bringen, die mit der Anwendung von Naturheilmitteln vertraut waren.

swissinfo besuchte die Einrichtungen des CNMT und erlebte, mit welcher Zuneigung und Dankbarkeit man von Grossenbachers Arbeit spricht.

Als die Bernerin vor über zehn Jahren das angenehme Leben in ihrer Heimat aufgab, hätte sie sich wohl kaum vorstellen können, dass ihre Grossherzigkeit und ihr Professionalismus sie eins zu einer anerkannten Pionierin der Schweizer Zusammenarbeit machen würde.

swissinfo, Marcela Aguila Rubín, zurück aus Havanna
(Übertragung aus dem Französischen: Charlotte Egger)

Fakten

600'000 Schweizerinnen und Schweizer leben im Ausland.
Seit 1990 ist die so genannte Fünfte Schweiz um 150'000 Personen gewachsen.
Im Jahr 2003 lebten 101 Schweizerinnen und Schweizer in Kuba.

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Fakten

600'000 Schweizerinnen und Schweizer leben im Ausland.
Seit 1990 ist die so genannte Fünfte Schweiz um 150'000 Personen gewachsen.
Im Jahr 2003 lebten

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