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Zuviel Nitrat im Grundwasser

Die Landwirtschaft produziert jährlich 130'000 Tonnen Nitrat, die ins Grundwasser sickern.

(Keystone)

Nach wie vor gelangt zuviel Nitrat aus der Landwirtschaft ins Grundwasser. Eine vom Bund lancierte Kampagne stösst bei den Bauern nur auf ein geringes Echo.

Die Landwirtschaft produziert jährlich 130'000 Tonnen Nitrat, die ins Grundwasser sickern. Als Folge dessen kämpfen heute rund 350 Schweizer Gemeinden - insbesondere im Mittelland - mit zu hohen Nitratgehalten im Grund- und Trinkwasser.

Zurzeit existieren 11 regionale Nitratprojekte. Darin verpflichteten sich Bäuerinnen und Bauern, Massnahmen zur Senkung des Nitratgehalts im Grundwasser umzusetzen. Der Bund unterstützt diese Bemühungen mit kostendeckenden Beiträgen.

Der Wille aller ist nötig


Obwohl in einzelnen Kantonen die Kampagnen Resultate gezeitigt hätten, bestehe nach wie vor ein Informationsdefizit, sagte Manfred Bötsch, Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW), am Montag in Bern vor den Medien.

Nach Ansicht von Jacques Bourgeois, Vizedirektor des Schweizerischen Bauernverbands (SBV), blockiert nicht zuletzt die Vielzahl der Beteiligten die Nitratprogramme. "Zur Umsetzung ist der Wille von Kanton und Gemeinde ebenso nötig wie jener der Bauern".

48'000 Hektaren fehlen noch


Das BLW und die Bundesämter für Gesundheit (BAG) sowie für Umwelt, Wald und Landschaft wollen gesamtschweizerisch eine Fläche von 50'000 Hektaren für Nitratprojekte reservieren. Diese Fläche ist ihrer Ansicht nach nötig, um die erforderliche Grundwasserqualität zu gewährleisten. Die bisher existierenden Projekte decken jedoch lediglich knapp 2000 Hektaren ab.

Im Rahmen von Nitratprogrammen werden beispielsweise Kulturen angebaut, die eine weniger grosse Belastung des Bodens mit Nitraten nach sich ziehen. Eine mögliche Massnahme ist auch der Verzicht auf Bodenbearbeitungs-Formen wie Pflügen, die viel Nitrat freisetzen.

Im Extremfall kann eine Ackerfläche durch eine Wiese ersetzt werden. Für die betroffenen Landwirte bedeutet dies, dass sie sich vom Ackerbau auf Viehwirtschaft umstellen müssen.

Artenvielfalt gefährdet


Entgegen früherer Vermutungen sei Nitrat auf Früchten und Gemüse nicht krebserregend, sagte BAG-Direktor Thomas Zeltner. Hingegen sei Nitrat im Grundwasser ein Hinweis auf andere, giftige Stoffe wie etwa Pestizide.

Eine weitaus grössere Bedrohung stellt Nitrat im Grundwasser für natürliche Ökosysteme dar. Deren Artvielfalt ist durch die Schadstoffe gefährdet.

swissinfo und Agenturen


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