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Affäre PLO


Unbeantwortete Fragen beim Swissair-Absturz von 1970


Von swissinfo.ch



Wrackteile der Coronado CV-990 der Swissair im Wald bei Würenlingen. (Keystone)

Wrackteile der Coronado CV-990 der Swissair im Wald bei Würenlingen.

(Keystone)

Nachdem aufgedeckt wurde, dass die Schweiz und die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) 1970 ein geheimes Abkommen abgeschlossen hatten, um weitere Terroranschläge gegen das Land zu verhindern, schaut swissinfo.ch zurück auf den tragischen Flugzeugabsturz, der als Auslöser für die Verhandlungen gilt.

Der 21. Februar 1970 war ein kalter und nasser Samstag. Am frühen Nachmittag hielt die Schweiz schockiert die Luft an: Swissair 330 nach Tel Aviv war kurz nach dem Start in Zürich Kloten abgestützt. Alle 38 Passagiere und neun Crewmitglieder fanden dabei den Tod.

"330 stürzt ab", funkte Kopilot Armand Etienne dem Kontrollturm. "Goodbye everybody", verabschiedete er sich auf Englisch. Es war 13 Uhr 34, und es waren seine letzten Worte.

Etwa 15 Minuten zuvor war im hinteren Gepäckabteil der Coronado CV-990 eine luftdruckabhängige Bombe explodiert. Die Crew hatte versucht, das Flugzeug herumzudrehen und in Zürich notzulanden, doch die Piloten hatten Mühe, die Instrumente im rauchgeschwängerten Cockpit zu lesen. Das Flugzeug driftete nach Westen ab und stürzte nach dem Ausfall der elektrischen Systeme in einer bewaldeten Gegend bei Würenlingen im Kanton Aargau ab.

Die israelischen Opfer des Terroranschlags wurden im März 1970 in Jerusalem beerdigt. (Keystone)

Die israelischen Opfer des Terroranschlags wurden im März 1970 in Jerusalem beerdigt.

(Keystone)

Laut Schweizer Nachrichtenagenturen übernahm die PLO die Verantwortung für den Anschlag, andere Medienberichte berichteten hingegen, die Gruppe habe jegliche Beteiligung ausgeschlossen.

Nach einigen Tagen wurde der Hauptverdächtige als ein jordanischer Staatsbürger identifiziert, der mutmasslich in München eine Bombe aufgegeben hatte, um ein Flugzeug der israelischen Fluggesellschaft El Al zum Absturz zu bringen. Doch wegen Verspätungen wurde die Post über Zürich nach Israel geschickt und war deshalb im Swissair-Flugzeug gelandet.

In einem Hangar der Swissair-Werft in Zürich Kloten wurden die einzelnen Wrackteile sortiert und untersucht. (Keystone)

In einem Hangar der Swissair-Werft in Zürich Kloten wurden die einzelnen Wrackteile sortiert und untersucht.

(Keystone)

Der Jordanier und andere Verdächtige kamen nie vor Gericht, trotz Haftbefehlen. Der Schweizer Untersuchungsrichter Robert Akeret übergab seinen Bericht dem Bundesanwalt. Er sagt heute, Bern habe damals den "Mantel des Schweigens" über den Fall gelegt. Die Untersuchungen über den Absturz von Swissair 330 in Würenlingen wurden 2000 endgültig eingestellt.

swissinfo.ch

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