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Clariant in Schieflage

Am Schweizer Prodktions-Standort der Clariant könnte es zu einem Stellenabbau kommen.

((Bild: www.clariant.com))

Clariant hat mit einem Verlust von 648 Mio. Franken im vergangenen Jahr zum zweiten Mal in Folge rote Zahlen geschrieben.

Nun will das in der Fein- und Spezialitätenchemie tätige Unternehmen umstrukturieren und 1700 Stellen abbauen.

Der Verlust im vergangenen Jahr ist hauptsächlich auf eine ausserordentliche Abschreibung bei der im Jahr 2000 übernommenen britischen Spezialchemiefirma BTP zurückzuführen. Die ausserordentlichen Abschreibungen beliefen sich insgesamt auf 890 Mio. Franken.

Mittlerweile sei nun sämtlicher Goodwill abgeschrieben worden. Bereits 2001 hatte Clariant einen Verlust 1,2 Mrd. Franken ausgewiesen.

Für 2003 geht das Baselbieter Unternehmen von einer unveränderte schwierigen Ausgangslage aus.

Umstrukturierung

Durch eine tief greifende Umstrukturierung mit Personalabbau sowie Verkäufen von Unternehmensteilen will Clariant wieder auf Kurs kommen. Die Schulden sollen um 2,5 Mrd. Franken abgebaut werden. Drei Konzernleitungs-Mitglieder müssen ihre Sessel räumen.

Bis zu 1700 der weltweit 28'000 Arbeitsplätze sollen wegfallen. Darüber hinaus will der Konzern Geschäftsfelder abstossen, die nicht zu den Kernaktivitäten gehören (Life-Science-Bereiche).

Die zum Verkauf anstehenden Bereiche machen rund 7% des Umsatzes aus, der 2002 um 3,3% auf 9,3 Mrd. Franken schrumpfte. In lokalen Währungen wurde allerdings ein Umsatzplus von 4,7% erreicht.

Daneben sollen die Verwaltungs- und Vertriebskosten durch den Aufbau von regionalen Servicezentren um 10% gesenkt werden.

Kapitalerhöhung wahrscheinlich

Als Folge der Konzernverluste schrumpfte das Eigenkapital auf 914 Mio. Franken, die Nettoverschuldung liegt bei knapp 3,5 Mrd. Franken. Das Unternehmen verzichtet aufgrund der schwierigen Lage auf Dividenden-Zahlungen.

Die geringe Eigenkapitalquote von 10,7% soll voraussichtlich durch eine Kapitalerhöhung verbessert werden. Clariant-Chef Reinhardt erklärte dazu vor den Medien: "Wir brauchen nicht mehr als 600 Mio. Franken, auch wenn sich der Betrag je nach Marktbedingungen noch erhöhen kann."

Zeitpunkt und Ausmass der Kapitalerhöhung blieben noch offen. Finanzchef François Note sagte am Rande der Medienkonferenz, voraussichtlich würden frische Aktien gezeichnet.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Clariant weist 2002 einen Verlust von 648 Mio. Franken und einen Umsatz von 9,3 Mrd. Franken aus.

Clariant beschäftigte 2002 weltweit 28'000 Personen.

Das Unternehmen plant nun im Rahmen einer Umstrukturierung einen Stellenabbau von 4-6%.

Eine Kapitalerhöhung ist zudem wahrscheinlich.

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In Kürze

Clariant produziert und vertreibt Spezial-Chemikalien und Vor-Produkte für eine breite Palette von Erzeugnissen, die von Textilien bis zur Elektronik reichen.

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