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Politische Bildung "Demokratie lebt von gut informierten Bürgern"

Mikrophone und Smartphones werden einem Mann entgegengehalten

Politische Bildung wird im Zeitalter der Digitalisierung noch wichtiger.

(Steve Debenport)

Die Digitalisierung führt dazu, dass Informationen ungehindert und ungeprüft verbreitet werden. Was bedeutet das für die Schweiz, in der Bürgerinnen und Bürger über Sachfragen abstimmen dürfen?

Erklärvideos zu Abstimmungen auf Youtube, twitternde Politiker und Online-Petitionen – die Digitalisierung wirkt sich auch auf die Demokratie aus.

Das Zentrum für Demokratie Aarauexterner Link hat deshalb einige Veranstaltungen der 10. Aarauer Demokratietageexterner Link dem Thema Digitalisierung gewidmet. 

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So versammelten sich an einem Abend Bürger und Bürgerinnen zwischen Bücherregalen der Stadtbibliothek in der idyllischen Altstadt von Zofingen (Kanton Aargau), um über das auf den ersten Blick eher trockene Thema "Politische Bildung im Zeitalter einer digitalen Öffentlichkeitexterner Link" zu sprechen.

Auf den zweiten Blick zeigte sich aber: Das Thema ist hochbrisant. Wir leben in spannenden Zeiten: Die Digitalisierung revolutioniert unsere Demokratie.

Politiker twittern, Bürger bloggen

Die Digitalisierung bringt eine Fülle neuer Möglichkeiten:

 ●  Politiker nutzen Twitter, um Bürger und Bürgerinnen direkt      anzusprechen. Sie können mit ihren potenziellen Wählern debattieren.

 ●  Bürger und Bürgerinnen können selber politisch aktiv werden, beispielsweise mit einem Blog oder einer Website.

 ●  E-Voting könnte es bald ermöglichen, digital abzustimmen. Bequemlichkeit ist dann kein Hinderungsgrund mehr.

Monika Waldis über politische Bildung in der direkten Demokratie

Nur die Alten schauen noch fern

Die Digitalisierung hat zudem das Nutzungsverhalten von Informationsquellen in den letzten Jahren stark verändert:

 ●  Immer mehr Schweizer und Schweizerinnen lesen Nachrichten online auf Newsportalen und nicht mehr in gedruckten Zeitungen.

 ●  Fernsehen ist nur noch beim älteren Publikum beliebt. Die Jungen informieren sich lieber auf den sozialen Netzwerken. Gemäss einer Studie nutzen 80% der 12- bis 19-Jährigen Instagram und Snapchat, 60% auch Facebook.

Fake News nicht erkannt

Was heisst das nun für die Politik? "Demokratie lebt von gut informierten Bürgern", sagte Monika Waldisexterner Link, Direktorin des Zentrums für Demokratie Aarau, vor dem Publikum in Zofingen. Besonders in der direkten Demokratie, wo Bürger und Bürgerinnen über Sachfragen entscheiden, ist umfassende und korrekte Information wichtig. Die Digitalisierung birgt daher auch Gefahren:

 ●  Algorithmen auf sozialen Netzwerken führen dazu, dass den Leuten mehr vom Gleichen präsentiert wird. Statt mit verschiedenen Ansichten konfrontiert zu werden, wird man in der eigenen Meinung bestärkt.

 ●  Eine Studie aus den USA kam zum Schluss, dass Schüler online Werbung nicht von Inhalten unterscheiden können. Auch konnten sie unseriöse Quellen auf dem Netz nicht erkennen. "Die Befunde sind ernüchternd", sagte Waldis.

Aus der Schweiz gibt es aber auch Erfreuliches zu vermelden. Eine Befragung von Jugendlichen aus der Schweiz, Singapur, Brasilien und den USA hat gezeigt: Junge Schweizer und Schweizerinnen sind doppelt so skeptisch wie ihre ausländischen Altersgenossen, dass Kommentare bei Facebook, Twitter und auf Onlineplattformen unverfälscht sind.

"Beim Teilen und Weiterleiten müssen wir Verantwortung übernehmen", schlussfolgerte Waldis. "Jeder Einzelne von uns steht in der Pflicht."

10. Aarauer Demokratietage

An den jährlich stattfindenden Aarauer Demokratietagenexterner Link werden aktuelle politische Themen aufgegriffen und debattiert. Die Veranstaltungen richten sich an Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Medien und an die breite Öffentlichkeit.

Die Aarauer Demokratietage werden vom Zentrum für Demokratie Aarauexterner Link (ZDA) organisiert. Beide feiern dieses Jahr das zehnjährige Jubiläum. Aus diesem Anlass machen die Veranstalter eine Art "Road Tour" durch den Kanton Aargau, um das Zentrum bekannter zu machen.

#DearDemocracy, die Demokratie-Plattform von swissinfo.ch, ist Medienpartner der Aarauer Demokratietage.

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Kontaktieren Sie die Autorin @SibillaBondolfi auf Facebookexterner Link oder Twitterexterner Link.

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