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Kulturelle Unterschiede? Noch gehen die meisten Kinder in der Schweiz zu Fuss zur Schule

Children crossing road to school

Wenn Kinder den Schulweg zu Fuss zurücklegen, fördern sie ihre Sozialkompetenz.

(Christine Bärlocher/Ex-Press)

In der Schweiz gehen 75% der Kinder zu Fuss zur Schule. Dieser Anteil ist doppelt so hoch wie in Grossbritannien oder den USA. Doch eine Studie zeigt, dass sich dies ändern könnte.

Insbesondere in der Deutschschweiz gilt es als ein Schritt zum Erwachsenwerden, wenn die Kinder zu Fuss zur Schule oder sogar in den Kindergarten gehen. Vielen Ausländern, deren Kinder in der Schweiz zur Schule gehen, dürfte das bekannt sein. Dennoch: Für Immigranten, die aus Ländern kommen, wo Kinder in die Schule gefahren werden, ist dies gewöhnungsbedürftig.

Seit 1997 gilt der 4. Oktober zum Beispiel in den USA als "Walk to school dayexterner Link". In der Schweiz wurde der 22. September zum internationalen Tag "Zu Fuss zur Schuleexterner Link" erklärt.  

walk to school

walking to school video

Zu Fuss zur Schule from VCS on Vimeo.

Walking to school film (VCS), showing the importance of movement, friends, experiences and taking responsibility

Laut einem Berichtexterner Link im Auftrag des Verkehrsclubs der Schweiz (VCS) gehen 75% der Kinder in der Schweiz zu Fuss zur Schule. In Grossbritannien und den USA sind es 30 bis 40%. Im Nachbarland Deutschland waren es 2012 lediglich 50%. 

Weshalb so viele?

Laut VCS-Sprecher Matthias Müller hat es in der Schweiz Tradition, die Kinder zu Fuss zur Schule zu schicken: Als noch weniger Mütter einer Erwerbstätigkeit nachgingen, hätten sich diese oft untereinander organisiert und dafür gesorgt, dass die Kinder auf dem Schulweg von mindestens einer erwachsenen Person begleitet wurden. Heute seien zwar mehr Mütter berufstätig, aber die Erwartung, dass die Kinder zu Fuss gehen, sei geblieben.

Ein weiterer Grund ist, dass damit die Selbstständigkeit bereits im frühen Kindesalter gefördert werden soll. "Das hat auch mit der Tradition des Föderalismus in der Schweiz zu tun, der liberalen Einstellung, für sich selbst zu sorgen", sagt Müller.

In der Schweiz sind die Schulwege weniger gefährlich als in Grossstädten wie London oder Sydney, weil es weniger Verkehr hat.

Trotzdem hat die Anzahl Kinder im Alter zwischen 6 und 9 Jahren, die von ihren Eltern zur Schule gefahren werden, in den letzten Jahren laut der VCS-Studie um 40% zugenommen.

Ein Drittel der für die Studie befragten Eltern nennen als Hauptgrund die Sicherheit.

Eltern-Taxis

In der französisch- und italienischsprachigen Schweiz sind Eltern-Taxis stärker verbreitet. Während in der deutschsprachigen Schweiz nur 11% der Kinder mindestens einmal pro Woche in die Schule chauffiert werden, sind es in der Romandie 50% und im Tessin 63%.

In der Deutschschweiz sind die Eltern der Meinung, dass die Schulwege dank zahlreichen Verkehrsberuhigungsmassnahmen (wie z.B. 20 bis 30 Km-Zonen) heute weniger gefährlich sind, insbesondere in der näheren Umgebung der Schule, sagt Müller.

Laut dem VCS sind die zahlreichen Fahrzeuge, die vor den Eingängen der Schulen verkehren, eine Gefahr für die Schulkinder.

Die Lehrervertreter sind gleicher Meinung. "Es ist sinnvoller, wenn die Kinder anfänglich zu Fuss und später mit dem Fahrrad zur Schule gehen", sagt Beat Zemp, Präsident des Dachverbands der Lehrerinnen und Lehrer Schweiz. "Das stärkt das Selbstwertgefühl und die sozialen Fähigkeiten. Ausserdem ist Bewegung gesund. Es ist ein Beitrag im Kampf gegen Übergewichtigkeit."


(Übertragung aus dem Englischen: Peter Siegenthaler), swissinfo.ch

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