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Novartis und AstraZeneca fusionieren Agrochemiegeschäft

Der Basler Pharmakonzern Novartis trennt sich vom Pflanzenschutz- und Saatgutbereich. Die beiden Sektoren werden ausgelagert und mit dem Bereich Agrochemicals von AstraZeneca zusammengelegt. Die Fusion hat den Abbau von 3000 Stellen zur Folge.

Der Schweizer Chemie- und Pharmakonzern Novartis und sein britisch-schwedischer Konkurrent AstraZeneca fusionieren ihr Agrochemiegeschäft. Wie Novartis am Donnerstag (02.12.) in Basel mitteilte, soll durch die Ausgliederung und Zusammenlegung dieser Sparte ein weltweit führender Saatgutkonzern entstehen. Die Fusion hat den Abbau von 3000 Stellen zur Folge.

Durch die Transaktion, welche die Verwaltungsräte sowohl von Novartis wie des britisch-schwedischen Konzerns AstraZeneca jeweils einstimmig beschlossen haben, entsteht das weltweit erste ganz auf Agribusiness ausgerichtete Unternehmen. Es trägt den Namen Syngenta und soll seinen Sitz in Basel haben.

Von der Transaktion, die noch der Zustimmung der Aktionäre und der Wettbewerbsbehörden bedarf, erhoffen sich die beiden Konzerne jährliche Kosteneinsparungen von 525 Mio. Dollar. Die Einsparungen verstehen sich zusätzlich zu den von den beiden Gesellschaften Mitte Jahr angekündigten Kostensparprogrammen. Der Abbau von weltweit 3000 Stellen im Bereich Pflanzenschutz soll sozialverträglich über einen Zeitraum von drei Jahren erfolgen.

Vasella: 'Einmalige Gelegenheit'

Novartis-Konzernchef Daniel Vasella erklärte, er setze grosse Hoffnungen in den neuen Agro-Giganten Syngenta. Mit AstraZeneca habe man den Wunschpartner für die Transaktion gewinnen können. Von der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden ist Vasella überzeugt. Es sei eine 'einmalige Gelegenheit', eine weltweit führende
Unternehmung kreieren zu können.

Gewerkschaften wollen sich wehren

Die Gewerkschaft Bau und Industrie (GBI) will sich gegen den geplanten Abbau von Stellen zur Wehr setzen. Der Arbeitsplatzabbau aus puren Profit- und Shareholder-Gründen sei inakzeptabel. Die GBI überlege sich geeignete Massnahmen, um gegen den erneuten Kahlschlag vorzugehen, sagte GBI-Sekretär Hans Schäppi am Donnerstag auf Anfrage. Zunächst will die Gewerkschaft das Personal gegen den Arbeitsplatzabbau mobilisieren. Bereits am Freitag soll eine Betriebsversammlung einberufen werden. Wie hoch der Stellenverlust in der Schweiz ausfallen wird, weiss auch die GBI noch nicht. Auch die Gewerkschaft Syna droht nach dem angekündigten Zusammenschluss in der Agrochemie mit Kampfmassnahmen.

Laut einem GBI-Sprecher beschäftigt Novartis im Agrosektor (einschliesslich Tiermedizin) zwischen 4'300 und 4'500 Personen in der Schweiz. Auf Grund der hohen Präsenz dürfte die Schweiz stark vom Stellenabbau betroffen sein.

Das neue Unternehmen soll gemäss der Novartis-Mitteilung an der Schweizer Börse sowie an den Börsen von London, New York und Stockholm kotiert sein. Die Aktionäre von Novartis sollen 61 Prozent, jene von AstraZeneca 39 Prozent der Syngenta-Aktien erhalten. Der Abschluss der Transaktion wird für die zweite Jahreshälfte 2000
erwartet.

Novartis will sich künftig auf den Bereich Gesundheit konzentrieren. Nicht von der Transaktion betroffen sind bei Novartis der Sektor Animal Health und die 50-Prozent-Beteiligung von Astra-Zeneca an Advanta.

Chief Executive Officer (CEO) von Syngenta wird Michael Pragnell, gegenwärtig CEO von Zeneca Agrochemicals. Heinz Imhhof, Leiter der Division Agribusiness von Novartis, wird Verwaltungsratspräsident des neuen Unternehmens, das beim Pflanzenschutz den ersten und beim Saatgut den dritten Rang einnehmen wird.

SRI und Agenturen

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