"Administrative Versorgung" Bericht beleuchtet dunkles Kapitel der Schweizer Geschichte


Obdachlose, Vagabunden, Prostituierte und verwahrloste Jugendliche: Bis anfang der 1980er-Jahre sperrten Schweizer Behörden unliebsame Personen in Heime und Anstalten.

Nach Verdingkindern und illegalen Medikamenten-Tests in der Psychiatrie zeigt der Zwischenbericht einer Experten-Kommission ein weiteres dunkles Kapitel jüngerer Schweizer Geschichte auf.

Historiker gehen von mehreren zehntausend Menschen aus, die über die Jahrzehnte sogenannt "administrative versorgt" wurden. Viele wurden sogar in Gefängnisse gesteckt - ohne Prozess. Das erklärte Ziel der Behörden lautete Umerziehung.

Die Kommission nahm ihre Arbeit vor drei Jahren auf. Sie dauert noch bis 2019. Für die Opfer aller fürsorgerischen Zwangsmassnahmen wurde ein Fonds mit 300 Millionen Franken geschaffen.

swissinfo.ch/ka und SRF (Tagesschau vom 18.01.2017)

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