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Standpunkt Ja zum Bundesbeschluss über die Velowege, damit "die Strassen sicherer werden"

Mit der Aufnahme in die Verfassung wird die Entwicklung der Velowege in der Schweiz in Zukunft besser koordiniert und vereinheitlicht, was sich positiv auf die Sicherheit auswirkt. Dies erklärt Rocco Cattaneo, der den Gegenvorschlag zur "Velo-Initiative" unterstützt. Gemäss dem Tessiner Nationalrat bringt eine Veloförderung auch der Wirtschaft Vorteile.

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Das Velo ist in der Schweiz ein weit verbreitetes und beliebtes Transportmittel. Dies beweisen die 330'000 Velos, die 2017 gekauft wurden, 4,2% mehr als im Vorjahr. Schätzungen zufolge sind heute in unserem Land rund 4 Millionen Velos in Umlauf, eine Zahl, die durch die Verbreitung der E-Bikes noch zunehmen wird.

Standpunkt

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Anders sieht die Situation allerdings aus, wenn man sich die europaweite Entwicklung der Radmobilität vor Augen hält. Im Vergleich mit anderen Ländern positioniert sich die Schweiz hinsichtlich der Intensität der Fahrradnutzung mit einem Anteil am Gesamtverkehr von 5-15% im Mittelfeld, während die Vergleichswerte in Ländern wie Dänemark und den Niederlanden auch mal bei über 30% liegen. Ein Grund dafür liegt im weitgehenden Fehlen von sicheren und alltagstauglichen Radwegen hierzulande.

Mehr Sicherheit vonnöten

Als passionierter Velofahrer bin ich jeden Tag mit dem Velo unterwegs und als direkt Betroffener nehme ich auch jeden Tag wahr, welchen Gefahren Velofahrer auf unseren Strassen ausgesetzt sind. 2016 sind nicht weniger als 33 Personen mit dem Fahrrad tödlich verunglückt und die Radmobilität ist denn auch der einzige Bereich im Strassenverkehr, in dem die Zahl der Verletzten oder tödlich Verunfallten gestiegen ist.

Rocco Cattaneo sitzt seit November 2017 als Tessiner FDP-Vertreter im Nationalrat. Der Unternehmer ist in verschiedenen Branchen tätig, unter anderem in den Bereichen Treib- und Brennstoffe, Shops und Snackbars an Tankstellen sowie im Freizeit- und Wellnessbereich. Der 60-jährige ehemalige Radrennfahrer präsidiert den europäischen Radsportverband UEC sowie die Stiftung Centre Mondial du Cyclisme (CMC). Er war einer der Mitinitianten der Velo-Initiative und wirkt heute als Co-Präsident des überparteilichen Komitees, das den Gegenvorschlag unterstützt, der am 23. September zur Abstimmung gelangt.

(© KEYSTONE / URS FLUEELER)

Aus diesem Grund muss in unserem Land in Sachen Sicherheit mehr unternommen werden: Es braucht sichere Infrastrukturen und eine angemessene Signalisation, deren Entwicklung gesamtschweizerisch koordiniert werden muss. Der Bundesbeschluss, über den wir demnächst abstimmen werden, verfolgt genau diesen Zweck: eine koordinierte und einheitliche Entwicklung von Velowegen, wodurch der Gebrauch des Velos wie auch die Verkehrssicherheit gefördert werden.

Mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, bringt zahlreiche Vorteile: Es ist nicht nur ein kostengünstiges Transportmittel, sondern ermöglicht auch eine beträchtliche Reduktion des motorisierten Verkehrs und folglich einen Rückgang der Schadstoffemissionen. Davon profitieren vor allem städtische Agglomerationen, in denen es weniger oft zu Verkehrsüberlastungen kommt. Ausserdem stärkt Velofahren Körper und Geist. Die Entwicklung von sicheren Velowegen wird sich zudem positiv auf die Nutzung dieses Verkehrsmittels für Freizeit und Sport auswirken.

Dies kommt nicht zuletzt auch der Wirtschaft unseres Landes zugute, vor allem dank der Zunahme des Fahrradtourismus. Die Velotouren von Herrn und Frau Schweizer generieren in der Tourismusbranche einen jährlichen Umsatz von 2,7 Milliarden Franken, gegenüber 67 Millionen Franken bei den ausländischen Touristen. Das ist vor allem für die Bergregionen ein ansehnlicher Betrag.

Platz machen – auch fürs Velo

Zur Konsolidierung und Steigerung dieser Zahlen bedarf es jedoch schweizweit sicherer Radwege und einer besseren Signalisation. Mit der Annahme des Bundesbeschlusses werden die Radwege in die Verfassung aufgenommen, wodurch der Bund entsprechende Grundsätze festlegen und die Koordination aller Velonetze sicherstellen kann; ausserdem kann er über letztere informieren, wie dies bei den Fuss- und Wanderwegen bereits seit 1979 der Fall ist. Die Zeit ist also gekommen, auch dem Velo Platz zu machen.

Daher werde ich als passionierter Velofahrer, als Nationalrat und als Bürger am kommenden 23. September, wenn über den Bundesbeschluss über die Velowege sowie die Fuss- und Wanderwege abgestimmt wird, ein "Ja" in die Urne legen.

Denn dank einer verbesserten Koordination und der Unterstützung durch den Bund können wir unsere Strassen sicherer machen und obendrein dafür sorgen, dass die Schweiz zu einem Land wird, in dem Einheimische und Touristen sich unbesorgt mit dem Velo auf die Strasse wagen können.

Die in diesem Artikel ausgedrückten Ansichten sind ausschliesslich jene des Autors und müssen sich nicht mit der Position von swissinfo.ch decken. Die Zwischentitel wurden von swissinfo.ch gesetzt.

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Standpunkt Velofahren "ist gesund", ein Bundesbeschluss Velowege aber "unnötig"

Velowege in der Bundesverfassung festzuschreiben, schaffe neue Probleme, sagt Thomas Hurter, der den Gegenvorschlag zur "Velo-Initiative" bekämpft.

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Erklärungs-Video von easyvote

Video von easyvote mit Erläuterungen zum Bundesbeschluss über Radwege


(Übertragung aus dem Italienischen: Cornelia Schlegel)

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