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Victorinox: Hochzeit nach über 100 Jahren

Ein Victorinox-Angestellter mit Armee-Sackmessern.

(Victorinox)

Victorinox, die Nummer 1 im Schweizer Sack-Messerbereich, übernimmt ihre jurassische Konkurrentin Wenger.

Beide Firmen sind über 100-jährig und liefern exklusiv die bekannten Armeemesser. Arbeitsplätze sollen keine verloren gehen.

Die grösste Schweizer Messerschmiede, die Zentralschweizer Victorinox, übernimmt ihren jurassische Konkurrentin Wenger, wie die beiden für ihre Sackmesser weltberühmten Firmen am Dienstag mitteilten.

Bei Wenger sollen keine Arbeitsplätze verloren gehen. Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 ist der Umsatz zusammengebrochen, weil Armeemesser im Flugzeug nicht mehr als Handgepäck erlaubt sind.

Die Produktionsstätte von Wenger in Delsberg werde als autonome Einheit der in Ibach im Kanton Schwyz ansässigen Victorinox weitergeführt, teilt Victorinox weiter mit.

Dank der Übernahme verfüge Wenger über die nötigen Mittel, seine Aktivitäten weiter zu führen und die Konsolidierungsphase zu meistern. Und Victorinox kann seine Stellung im internationalen Markt stärken.

Schweizer Kreuz bleibt in Schweizer Hand

Mit der Übernahme bleibt das Schweizer Kreuz auf den Taschenmessern in Schweizer Hand - das sei die Hauptsache, sagte Victorinox-Verwaltungsrat Carl Elsener am Dienstag in Delsberg, dem Sitz von Wenger.

Elsener wird in den Wenger-Verwaltungsrat eintreten, wie die beiden Unternehmen weiter mitteilten.

Kultobjekt "Swiss Army Knife"

Gunzinger bezeichnete das Zusammengehen als beste Lösung für Wenger. Es sei aber noch ein weiter Weg zurück zu legen. Ein wichtiges Vorhaben am Markt sei etwa die Neupositionierung spezieller Produkte, allen voran des "Swiss Army Knife".

Zudem müssten in Produktion, Kommunikation und Informatik die Synergien genutzt werden. So wolle man bei Wenger bis 2006 wieder in die Gewinnzone zurückkehren.

Neue Gruppe: 1500 Beschäftigte

Nach Abschluss der Übernahme wird die neue Victorinox-Gruppe gut 1500 Mitarbeitende zählen, 150 davon stammen von Wenger. Der Umsatz wird rund 400 Mio. Fr. betragen. Im Messersektor allein setzte Victorinox im vergangenen Jahr 169 Mio. Franken um, Wenger 23 Millionen.

Seit Jahren Alleinlieferanten von Taschenmessern an die Schweizer Armee, produzieren die beiden Firmen zusammen 25,7 Millionen Messer im Jahr. Sie alle tragen das charakteristische Schweizer Kreuz auf den roten Griffschalen.

Mit leicht unterschiedlichen Logos versehen, werden die Messer in 150 Ländern vertrieben.

Auch Küchenutensilien für Profis

Neben den berühmten Sackmessern produzieren die Unternehmen auch Küchenutensilien für Berufsleute. Daneben treiben sie seit Jahren Produkte voran, die im Zusammenhang mit den Taschenmessern stehen, etwa multifunktionale Werkzeuge und Produkte aus der Uhrenbranche.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Victorinox wurde 1884 gegründet, Wenger 1893.

Wenger und Victorinox sind die beiden einzigen Firmen, die von Gesetzes wegen Schweizer Armeemesser herstellen dürfen.

Illegale Kopien sind zum Beispiel in den USA weit verbreitet.

Nach den terroristischen Attacken im September 2001 in den USA verloren die beiden Firmen 15 bis 20% ihres Umsatzes, weil die Verkäufe in den Duty-Free-Länden der Flughäfen einbrachen.

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Fakten

Das original Schweizer Soldatenmesser hat eloxierte Alu-Griffschalen mit einem Schweizer Kreuz.
Das Offiziersmesser weist rote Griffe auf und bietet zusätzlich einen Korken-Zieher.
Victorinox und Wenger teilen sich exklusiv die Aufträge der Schweizer Armee.
Victorinox ist Europas grösster Messerhersteller.
Sein Marktanteil im Armeemesser-Bereich beträgt 70%.
Die restlichen 30% entfallen auf Wenger.

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