120 Millionen mehr für die Expo.02

Der Bundesrat will der Expo.02 mit einer weiteren Finanzspritze die Liquidität sichern. Keystone

Der Bundesrat beantragt dem Parlament einen Zusatzkredit für die Expo.02 von 120 Mio. Franken und die Umwandlung der Defizitgarantie in ein Darlehen.

Dieser Inhalt wurde am 20. Dezember 2001 - 20:03 publiziert

Für den Bundesrat hat sich am Mittwoch bestätigt, was sich bereits im Oktober abgezeichnet hatte. Fehlende Einnahmen im Bereich Sponsoring würden dazu führen, dass die Landesausstellung im nächsten Jahr mit Liquiditätsengpässen rechnen muss.

838 Bundesmillionen

Mit dem neuerlichen Kredit von 120 Mio. Franken beläuft sich das Engagement des Bundes auf insgesamt 838 Mio. Franken. Darin inbegriffen ist die ursprüngliche Defizitgarantie von 358 Mio. Franken, die nun vollständig in Darlehen umgewandelt werden soll.

Grund für den erwarteten Liquiditätsengpass sind ausbleibende Sponsorengelder. Im ursprünglichen Budget hatte die Expo-Leitung mit 800 Mio. Franken Sponsorengeldern gerechnet. Diese Zahl wurde nach dem Hayek-Bericht auf 454 Mio. Franken korrigiert. Ende 1999 betrachteten Bundesrat und Parlament noch 380 Mio. Franken Sponsoreneinnahmen als realistisch.

Doch auch diese Summe dürfte kaum erreicht werden. Zur Zeit sind erst 260 Mio. Franken von Sponsoren beisammen. Expo-Direktorin Nelly Wenger rechnet damit, dass noch 50 Mio. Franken dazukommen werden.

Das Expo-Budget beläuft sich mittlerweile auf 1,53 Mrd. Franken - 129 Mio. mehr als vorgesehen. Die Expo betont, dass die Budgetüberschreitung nicht einmal zwei Prozent entspreche, wenn man von der Expo nicht beeinflussbare Mehrkosten abziehe.

Zumindest in Bezug auf die Besucherzahlen gibt sich die Expo- Leitung optimistisch. Derzeit werden täglich mehr als 4000 Billette abgesetzt - insgesamt bereits über 600'000. In den Expo-Zeltdörfern in Neuenburg und Ins sind bereits 20 Prozent der Logiernächte belegt.

Entscheid im März

Der Bundesrat erwartet von der Expo-Leitung, dass sie sich weiterhin dafür einsetzt, zusätzliche Sponsoren zu finden. Er verlangt auch, dass weitere zumutbare Einsparungen vorgenommen und die Anstrengungen im Billet-Vorverkauf fortgeführt werden.

Die Expo-Verantwortlichen werten den bundesrätlichen Vorschlag als positives Signal. Die Sparbemühungen schritten voran, die Attraktivität des Projektes dürfe aber keinesfalls beschnitten werden. Auch die Suche nach weiteren Sponsoren wird laut Expo-Sprecher Laurent Paoliello fortgeführt.

Das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement (EVD), soll nun in Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Finanzdepartement (EFD) eine Botschaft erarbeiten. Diese soll in der März-Session 2002 vom Parlament behandelt werden.

Faust im Sack

Mit Blick auf die Reaktionen der Bundesratsparteien zeichnet sich ab, dass der Zusatzkredit bewilligt wird. Die beiden grössten Fraktionen, FDP und SP, haben am Mittwoch zwar die Faust im Sack gemacht, aber Zustimmung signalisiert.

Es gebe keine Alternativen, ein Abbruch der Übung würde noch mehr kosten, hiess es bei der SP. Für die FDP ist die Durchführung der Landesausstellung heute wichtiger denn je.

CVP-Generalsekretär Reto Nause konnte sich am Mittwoch hingegen nicht vorstellen, dass die CVP-Fraktion weitere Mittel für die Expo bewilligen werde. Totale Ablehnung kommt von der SVP, die von einem Raubzug auf die Bundeskasse spricht.

swissinfo und Agenturen

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