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48% Ja zum UNO-Beitritt

In der Romandie ist die Zustimmung zur UNO deutlich stärker als in der Deutschschweiz. Keystone Archive

Gemäss einer Umfrage des GfS-Instituts sprechen sich 48% der Stimmberechtigten für einen UNO-Beitritt der Schweiz aus. Jeder Dritte ist dagegen.

Dieser Inhalt wurde am 22. Dezember 2001 - 19:44 publiziert

Umfrage-Ergebnisse zum UNO-Beitritt der Schweiz, über den anfangs März abgestimmt wird, sind momentan sehr en vogue.

Wellenartig sind aber auch die Resultate, die je nach der Qualität der Stichprobe voneinander abweichen. Das GfS-Forschungsinstitut hat gesamtschweizerisch 1250 Stimmberechtigte zwischen dem 10. und 15. Dezember befragt: 35% sprechen sich gegen einen Beitritt unseres Landes aus, 17% weiss nicht, und 48% ist dafür.

Röschtigraben programmiert

Vor zwei Tagen hatte auch das Radio de la Suisse Romande eine Umfrage der MIS Trend SA in Lausanne publiziert. Doch dort sahen die Ergebnisse anders aus: Rund 57% betrug der Ja-Anteil. Kein Wunder, denn 500 der insgesamt 1000 Befragten waren Romands, die statistisch "zurückgewichtet" worden waren. Demnach verringerte sich die gesamte Stichprobe, und die Fehlerquote nahm entsprechend zu.

Wird so ein weiterer Röschtigraben vorgezeichnet, nachdem er anfangs Dezember bei den Sparvorlagen völlig verschwunden war?

Gemäss GfS öffnet sich vor allem ein Graben zwischen den Parteien: 80% der SP-Basis sind für einen Beitritt, 76% der SVP-Basis sind dagegen. Der Freisinn bringt es auf eine knappe Ja-Quote von 53%. GfS zeigt auch den Unterschied zwischen den Landesteilen auf.

Die Romandie (57%) kommt auf deutlich mehr Ja-Stimmen als die Deutschschweiz und das Tessin mit 46%. Auch der "Ich-weiss-nicht"-Anteil ist in der Romandie mit 24% ausgeprägter.

Bildungsgraben

Wie immer besteht auch zwischen Stadt und Land sowie zwischen Gut- und Schlechtausgebildeten resp. -verdienenden ein Graben: 41% in den Landgebieten sind Nein-Sager. 62% mit hoher Bildung sind dafür.

Was das Tabu-Thema "Verstoss gegen die Neutralität" betrifft, finden 37%, ein UNO-Beitritt sei ein Neutralitätsverstoss, während 51% dies nicht so sehen. Dieses Resultat muss den Aussagen der UNO-Gegnerschaft gegenüber gestellt werden.

Landesinteresse oder unnötig

Zentrales Thema der Meinungsbildung, ob dafür oder dagegen, ist bei der SP, der CVP und bei den Personen mit hohem und mittlerem Schulabschluss das Landesinteresse. Leute mit tiefem Schulabschluss und die SVP argumentieren dagegen vor allem mit der Ansicht, ein Beitritt sei gar nicht nötig.

Entscheidend wird nun bis zum Abstimmungs-Wochenende sein, wie sich diejenigen entscheiden, die zwischen den "Ansichtspolen" Nein/SVP und Ja/SP liegen.

Soziologisch gesehen ist dies die mittlere Bildungsschicht sprich die normalen Berufsleute. Um sie wird sich der Abstimmungs-Kampf drehen.

Bundesrat Deiss zuversichtlich

Aussenminister Joseph Deiss zeigte sich in der Spätausgabe der Tagesschau von SF DRS trotz dieser Umfrageergebnisse zuversichtlich, dass die Stimmberechtigten dem UNO-Beitritt zustimmen werden. Andere Umfragen hätten zu anderen Ergebnissen geführt, gab er zu bedenken.

Ausserdem werde mit zunehmendem Kenntnisstand der Anteil der Befürworter steigen. Die Kampagne für den Beitritt starte erst im neuen Jahr. Es gebe noch viel zu tun bis zur Abstimmung, sagte Deiss. Es brauche Informations- und Überzeugungsarbeit.

Alexander P. Künzle

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