88 Prozent weniger Öl aus Libyen

Die diplomatische Krise zwischen der Schweiz und Libyen schlägt sich auch im Handel nieder: Die libyschen Öllieferungen an die Schweiz sind im ersten Halbjahr 2009 um 88% eingebrochen. Gleichzeitig haben sich die Schweizer Exporte nach Libyen fast halbiert.

Dieser Inhalt wurde am 21. Juli 2009 - 16:13 publiziert

Die Schweizer Einfuhren aus Libyen haben sich von Januar bis Juni 2009 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 87,8% auf 220,3 Mio. Franken verringert, wie aus dem Halbjahresbericht zum Aussenhandel der Eidg. Zollverwaltung (EZV) hervorgeht.

Es geht dabei fast ausschliesslich um Rohöl und Erdölprodukte. In den ersten sechs Monaten sanken die Einfuhren dieser Energieträger um 87,9% auf 219,4 Mio. Franken.

Libyen hatte der Schweiz im Laufe der Krise mehrmals einen Lieferboykott von Rohöl angedroht. Deutlich rückläufige Einfuhren sind gemäss den Statistiken der Zollverwaltung erst seit dem vergangenen November zu verzeichnen.

Im ganzen Jahr 2008 haben sich die Einfuhren aus Libyen gegenüber dem Vorjahr noch auf 3,325 Mrd. Franken verdoppelt. Gemäss der Erdöl-Vereinigung stammten damit 73% der gesamten Rohölimporte der Schweiz aus Libyen, verglichen mit 55% im Jahr zuvor.

Gleichzeitig sind die Schweizer Ausfuhren nach Libyen eingebrochen. Mit 282 Mio. Franken bewegten sie sich allerdings schon 2008 gemessen am gesamten Volumen der Schweizer Exporte von 216 Mrd. Franken bloss im Promillebereich.

Schon 2008 hatte Libyen 5,6 Mrd. Franken der auf Schweizer Banken deponierten Vermögenswerte abgezogen.

Libyen war bis 2008 der wichtigste Handelspartner der Schweiz in Afrika.

swissinfo.ch und Agenturen

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