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ABB steht kurz vor Zustimmung zu Asbestvergleich

Nach dem Asbestvergleich wird sich CEO Jürgen Dormann wieder auf das Restrukturierungs-Programm von ABB konzentrieren können. Keystone

Es ist wohl die vorletzte Hürde für den angestrebten Asbestvergleich in den USA mit einem Volumen von über 1,2 Mrd. Dollar, den ABB genommen hat.

Dieser Inhalt wurde am 10. Juli 2003 - 20:40 publiziert

Der Vergleich wurde vom zuständigen Konkursgericht in Pittsburgh (Pennsylvania) gutgeheissen, wie ABB am Donnerstag bestätigte.

Der Asbest-Vergleich basiert darauf, dass das ABB-Tochterunternehmen Combustion Engineering in Konkurs geht. Die Erlöse aus dem Verkauf der Firmenaktiva von etwa 800 Mio. Dollar sollen den Grundstock für einen Asbest-Entschädigungsfonds bilden. Den Rest muss der schweizerisch-schwedische Technologiekonzern selbst beisteuern.

Der Ball liegt beim Bezirksrichter

"Wir sind erfreut, dass das Konkursgericht zu unseren Gunsten entschieden hat", wurde ABB-Finanzschef Peter Voser in einer Stellungnahme am Donnerstagabend zitiert.

Es sei ein langer Prozess gewesen, doch ermögliche die sorgfältige Behandlung des Falles durch das Konkursgericht eine schnelle Abwicklung durch den Bezirksrichter. Dieser deutete laut Voser an, das Verfahren schnell abzuwickeln.

Mit dem Abschluss des Vergleichs, der in langen Verhandlungen mit den Anwälten von mehr als 100'000 tatsächlich und potenziell Asbest-Geschädigten ausgehandelt wurde, wäre ABB eine Last los, die wie ein Damoklesschwert über dem Konzern hängt.

Die Ungewissheit eines schwebenden Verfahrens erwies sich als Hindernis für den angestrebten Verkauf des Konzernbereichs Öl, Gas & Petrochemie (OGP). Den Erlös daraus benötigt ABB zum Abbau seiner Milliarden-Schulden.

ABB will Schuldenlast reduzieren



Die ABB-Gesamtverschuldung, die auch auf zahlreiche Übernahmen in den 90er Jahren zurückgeht, lag Ende März 2003 bei 8,2 Mrd. Dollar. Bis Jahresende soll sie auf rund 6,5 Mrd. Dollar abgebaut werden. Kürzlich konnte ABB die Gebäudetechnik in Skandinavien für 233 Mio. Dollar verkaufen.

Die Asbest-Klagen gegen ABB sind ein Erbe aus der Übernahme von Combustion-Engineering im Jahr 1990. Die US-Firma verwendete in den 60er und 70er Jahre Asbest für seine Produktion, das Krebs auslösen kann.

Der ABB-Konzern, der 1988 aus der Schweizer BBC und der schwedischen Asea AB entstanden war, verzeichnete im letzten Jahr bei einem Umsatz von 18,3 Mrd. Dollar einen Rekordverlust von 787 Mio. Dollar. Im laufen Jahr will ABB die Gewinnzone wieder erreichen.

swissinfo und Agenturen

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