Abstimmungs-Analyse: Armee-Ja als Öffnungs-Ja

Dass die Ausland-Soldaten in Zukunft bewaffnet werden, ist als Signal für eine Schweiz in der Welt zu werten. Keystone

Die Zustimmung zu den beiden Armeevorlagen der letzten Volksabstimmung ist gemäss Vox-Analyse eher als Bekenntnis zur Öffnung als zur Unterstützung der Armee zu werten.

Dieser Inhalt wurde am 02. August 2001 - 13:26 publiziert

Am vergangenen 10. Juni gingen die Schweizer Stimmberechtigten an die Urnen, um über zwei Militärvorlagen zu entscheiden. Die Bewaffnung der Soldaten bei Auslandeinsätzen und die Kooperation bei der Ausbildung mit andern Armeen wurden daraufhin mit rund 51% Ja-Stimmen angenommen.

Gemäss Vox-Analyse haben diese Ergebnisse nicht die bereits üblichen Gräben wie Romanische Schweiz gegen Deutschschweiz neu belebt.

Klassenkampf der SVP

Vielmehr zeigten sie einen Graben zwischen den Bevölkerungs-Schichten auf: Menschen mit guter Bildung, hohem Einkommen und gehobenem Sozial-Status haben den Vorlagen zugestimmt, so die Analyse.

Die Gegner hätten sich eher mit der Schweizerischen Volkspartei (SVP) oder kleinen Parteien der äusseren Rechten identifiziert, als mit dem Lager der sozialistischen und ökologischen Sympathisanten.

Die Parolen der Regierungsparteien seien gut befolgt worden.

Militärgegner stimmten Ja

Ob die Stimmenden ein Ja oder ein Nein in die Urne legten, hat laut Vox-Analytikern nur wenig mit der Einstellung zum Militär zu tun. Die Abstimmung sei nicht als Bekenntnis zur Armee benützt worden, sondern als Plädoyer zur Öffnung der Schweiz einerseits oder des Isolationismus und der Verteidigung der Traditionen anderseits.

Die meisten Nein-Stimmen hätten sich bei den Mitgliedern von Organisationen zum Schutz der schweizerischen Tradition gefunden, wobei die Zugehörigkeit oder positive Einstellung zu Friedens-Organisationen oder Offiziersverbänden keinen bedeutenden Einfluss gehabt habe.

Vox-Analyse: Nachbereitung der Abstimmung¶

Die Vox-Analyse wurde in den beiden Wochen nach der Volksabstimmung vom Berner Instituts GfS durchgeführt und vom Institut für Politische Wissenschaften der Universität Genf ausgewertet. Befragt wurden über 1'000 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger.

swissinfo und Agenturen

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