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Alusuisse verlangt im Wallis massive Steuervergünstigungen

Die Alusuisse verhandelt mit der Walliser Regierung über massive Steuerzugeständnisse. Regierungsrat Thomas Burgener bestätigte Presseberichte vom Wochenende, wonach die Produktion im Werk Steg(VS) über das Jahr 2001 hinaus auf dem Spiel stehe.

Dieser Inhalt wurde am 15. November 1999 - 08:34 publiziert

Die Alusuisse verhandelt mit der Walliser Regierung über massive Steuerzugeständnisse. Regierungsrat Thomas Burgener bestätigte einen entsprechenden Bericht des "SonntagsBlicks", wonach die Produktion im Werk Steg(VS) über das Jahr 2001 hinaus auf dem Spiel stehe.

Dem Elektrolysewerk Steg der Alusuisse wird bereits seit 1996 die Energiesteuer von jährlich 3,8 Millionen Franken erlassen. Das Abkommen gilt bis 2001. Das Unternehmen verlangt nun, wie Burgener und James Burke, der Direktionspräsident der Alusuisse Wallis, bestätigen, dass Steg auch danach von der Energiesteuer befreit ist.

"Wenn wir den Rabatt nachher nicht mehr bekommen, sind wir nicht mehr konkurrenzfähig", sagte Burke. Darüber hinaus wird eine Reduktion der Gewinnsteuer verlangt sowie eine finanzielle Beteiligung des Kantons an der Modernisierung des Werkes in Steg. Burke äusserte sich dazu nicht. Ebensowenig äusserte er sich zu den Konsequenzen eines aus Alusuisse-Sicht unbefriedigenden Ergebnisses. Burgener rechnet mit einem Entscheid in ein bis zwei Wochen. Auf die Frage, ob das Wallis erpresst werde, antwortet Staatsrat Wilhelm Schnyder am Abend im Radio DRS, er wolle das Vorgehen der Alusuisse während der Verhandlungen nicht qualifizieren.Es gehe vielmehr darum, alles daran zu setzen, damit eine gute Lösung erreicht werde.

Alusuisse wollte das Werk Steg schon 1993 schliessen, wie Burgener sagte. Die Produktion sei derzeit rentabel, allerdings weniger als in andern Werken des künftigen A.P.A.-Konzern. In Kanada sei die Aluminiumproduktin ein Drittel billiger als in der Schweiz.

Schwerwiegend wäre eine Produktionseinstellung nicht nur für die Arbeitnehmer des Werkes Steg. Burgener befürchtet, dass auch die Giesserei in Steg sowie das Walz- und Presswerk in Chippis und damit alle 1.600 Alusuisse-Arbeitsplätze im Wallis in Schwierigkeiten kämen. Probleme bekäme auch die Walliser Elektrizitätsgesellschaft (WEG). Diese liefert ihren Strom schon jetzt unter den Gestehungskosten und müsste bei einer Produktionseinstellung in Steg die frei werdende Menge auf dem Spotmarkt verkaufen. Die WEG habe bereits heute über 300 Millionen Franken Schulden. Wenn sie die Alusuisse verliere, breche ihr dies das Genick, sagte Burgener.

Die vom Bankier Martin Ebner präsidierte Algroup hat letzten August die Fusion mit der französischen Pechiney und der kanadischen Alcan zu einem der weltgrössten Aluminiumproduzenten mit einem Umsatz von knapp 22 Milliarden Dollar angekündigt. Die Zusammenlegung hat noch nicht alle Hürden bei Behörden und Aktionären genommen. Die Algroup-Aktionäre stimmten der Fusion aber indirekt zu, in dem sie vor rund einem Monat die Ausgliederung der Lonza AG aus der Algroup guthiessen.

SRI und Agenturen

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