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Anschläge in Madrid

Verheerende Anschlag-Serie in Madrid.

(Keystone)

Die verheerende Anschlag-Serie in der spanischen Hauptstadt löste auch in der Schweiz Entsetzen und Bestürzung aus.

Regierung und Parlament verurteilten die Anschläge, bei denen rund 200 Menschen ums Leben kamen, aufs Schärfste.

Die Anschläge ereigneten sich drei Tage vor den spanischen Parlaments-Wahlen. Der Wahlkampf wurde ausgesetzt. Die verheerende Anschlag-Serie löste weltweit bestürzte Reaktionen aus.

Bundesrat und Parlament verurteilen Bluttat

"Der Bundesrat ist über die Brutalität des Vorgehens entrüstet", sagte Bundespräsident Joseph Deiss gegenüber Radio DRS. Zudem sei die Regierung erschüttert über die Zahl der Opfer. Der Bundesrat verurteile diese "schändliche, terroristische Handlung". Spanien sei ein Land, mit dem die Schweiz sehr enge Verbindungen habe.

Im Namen des Bundesrates sprach Deiss dem spanischen König Juan Carlos, Regierungschef José Maria Aznar und dem spanischen Volk sein aufrichtiges Beileid und seine tiefe Anteilnahme aus.

Aussenministerin Micheline Calmy-Rey schickte ein Beileidsschreiben an ihre spanische Kollegin Ana de Palacio, wie das Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mitteilte.

Auch der Nationalrat gedachte an seiner Sitzung der zahlreichen Terroropfer. Der Präsident der Grossen Kammer, Max Binder, sprach ihren Angehörigen im Namen des gesamten Rates sein Beileid aus und verurteilte die Anschläge im Namen des Rates aufs Schärfste.

Vorest keine Informationen über allfällige Schweizer Opfer

Den Schweizer Behörden lagen vorläufig noch keine Informationen über allfällige Schweizer Opfer vor. Das EDA ist via Botschaft in Madrid laufend im Kontakt mit den spanischen Behörden.

Bahnhöfe im Visier der Terroristen

Insgesamt 13 Sprengsätze waren während der Hauptverkehrszeit im morgendlichen Berufsverkehr im Abstand weniger Minuten zwischen 7.35 und 7.55 Uhr im Inneren der Züge explodiert. Die Züge, vollbesetzt mit Pendlern, befanden sich bereits in ihrem Zielbahnhof oder kurz davor.

Weitere Bomben seien nicht explodiert, weil anscheinend der Zündmechanismus versagt habe, teilte die Polizei mit.

Nach Angaben des spanischen Innenministeriums vom Donnerstag-Abend wurden bei den Anschlägen rund 200 Menschen getötet. Weit über 1000 wurden verletzt. Wegen der hohen Zahl von Schwerverletzten werden weitere Todesopfer befürchtet.

Panik in Madrid

In der spanischen Hauptstadt herrschte nach den Anschlägen Panik . Vor den Bahnhöfen spielten sich dramatische Szenen ab. Verletzte rannten blutüberströmt durch die Gegend, Leichen wurden notdürftig mit Zeitungen zugedeckt. Überall lagen Leichenteile. Zahlreiche Reisende wurden in den Waggons eingeklemmt. Viele Opfer wurden mit Bussen in die Spitäler gebracht.

In Madrid lösten die Anschläge eine spontane Welle der Hilfsbereitschaft aus. Viele Freiwillige spendeten Blut für die Verletzten.

Betroffen von den Explosionen waren der Bahnhof Atocha – die wichtigste Station im Zentrum der spanischen Hauptstadt - sowie die beiden kleineren Stationen Pozo del Tío Raimundo und Santa Eugenia. Diese zwei Pendler-Bahnhöfe liegen in Arbeitervierteln im Südosten der Stadt an der Strecke Madrid-Alcalá-de-Henares.

Ganz Europa entsetzt

Die Anschläge wurden drei Tage vor der Parlamentswahl verübt, bei der Ministerpräsident Aznar nicht wieder antritt.

In ganz Europa verurteilten führende Politiker das verheerende Blutbad scharf. Der EU-Ratspräsident, der irische Regierungschef Bertie Ahern, sprach von einem "Anschlag auf die Demokratie".

Der Präsident des EU-Parlaments, Pat Cox, bezeichnete die Anschlag-Serie als "Kriegserklärung an die Demokratie". Zur Eröffnung der Plenarsitzung in Strassburg rief er das spanische Volk dazu auf, bei der Parlamentswahl am Sonntag mit der Abgabe ihrer Stimme zu zeigen, dass die spanische Demokratie den Willen hat, den Terrorismus zu besiegen.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Die Schweizer Botschaft in Madrid steht in ständigem Kontakt mit den spanischen Behörden.

Sie verfügt aber über keine verlässliche Opfer-Liste.

Besorgte Anrufer werden daher auf eine Nummer des spanischen Innenministeriums verwiesen. Diese lautet: ++34 91 586 7000.

Die Botschaft richtete keinen eigenen Auskunftsdienst ein. Bei Sprachproblemen wird die Botschaft aber versuchen, behilflich zu sein.

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