Armee und humanitäre Hilfe spannen zusammen

Armeechef Keckeis (links) und DEZA-Direktor Fust sind spendefreudig. Keystone

500 Tonnen militärisches Material haben die Schweizer Armee und die humanitäre Hilfe während zwei Jahren in rund 30 Länder verteilt.

Dieser Inhalt wurde am 28. Februar 2006 - 15:45 publiziert

Die drastische Verkleinerung der Armee führte zu einem Überfluss an Sanitätsausrüstungen, Fahrzeugen, Küchen, Betten, Kleidern und Werkzeugen.

Überschüssiges Material der Schweizer Armee soll mindestens bis im Jahr 2010 auch für humanitäre Hilfsprojekte im Ausland zur Verfügung stehen. Zusammen mit der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) hat sie bereits 500 Tonnen in rund 30 Länder geliefert.

Dazu kommen weitere rund 1600 Tonnen Material, die ausserhalb der DEZA-Strukturen auf der Ebene der Kooperation mit Verteidigungsministerien an ausländische Staaten abgegeben wurden.

Materialüberschuss

Seit ihrer Verkleinerung auf ein Drittel ihres Bestandes verfügt die Schweizer Armee über sehr viel Material, das für humanitäre Zwecke weiter verwendet werden kann und deshalb nicht entsorgt werden sollte.

Es handelt sich um Spitalausrüstungen, Sanitätscontainer, Fahrzeuge, Küchen, Betten, Kleider, Werkzeuge und weitere Hilfsgüter.

Material im Wert von 50 Millionen

Bis 2010 werde die Armee in Zusammenarbeit mit der DEZA pro Jahr qualitativ einwandfreies Material im Beschaffungswert von 50 Mio. Franken humanitären Zwecken zuführen, sagten Armeechef Christophe Keckeis und DEZA-Direktor Walter Fust am Dienstag in Bern.

Schweizerisches Armee- und Zivilschutzmaterial geniesse einen hervorragenden Ruf, betonte Fust. Die Nachfrage aus den von Katastrophen heimgesuchten Regionen und aus Ländern Afrikas und Osteuropas steige denn auch exponentiell an.

Verschenkt werden solle jedoch nur jenes Material, das im Bestimmungsland nicht billiger hergestellt werden könnte.

Zwei Fliegen auf einen Streich

Das gemeinsame Projekt "Weiterverwendung von Armeematerial" (WAM) von Armee und DEZA folge dem Leitspruch "Tue Gutes und schade niemandem", sagte Keckeis. Es handle sich um eine Win-Win-Situation: Die Armee erspare sich die Entsorgungskosten und helfe gleichzeitig Ländern in Not.

Die direkte humanitäre Kooperation zwischen Armee und DEZA habe sich schon bei der Tsunami-Katastrophe im letzten Jahr auf Sumatra bewährt, als die Armee Transport-Helikopter zur Verfügung gestellt habe, sagte Keckeis. Ein am Dienstag unterzeichnetes Abkommen regle nun die unbürokratische und grosszügige Zusammenarbeit.

Das Material wird von der Logistik-Basis der Armee (LBA) bereitgestellt. Die DEZA klärt die Bedürfnisse in den Empfängerländern ab und sorgt für die Lieferung. Für die Transportkosten wurde bisher eine halbe Mio. Franken aufgewendet.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

2003 hat das Schweizer Stimmvolk die Reformen für eine kleinere und beweglichere Schweizer Armee gutgeheissen, die auch auf die neuen Bedrohungen abgestimmt wird und internationale Kooperationen eingeht.

Durch die Reform wurde die Armee von 360'000 auf 140'000 Soldaten und 80'000 Reservisten verkleinert.

Die Armee wurde damit bereits zum dritten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg restrukturiert. Die Verkleinerung führte zu einem Überschuss an Material in tadellosem Zustand.

Die Zusammenarbeit zwischen Armee und DEZA existiert seit zwei Jahren und soll weiterhin bestehen.

End of insertion

Fakten

2004 und 2005 haben Armee und DEZA 500 Tonnen Material gratis in rund 30 Ländern verteilt.
Die Armee allein gab zusätzlich rund 1600 Tonnen Material an ausländische Staaten ab.
Bis 2010 wollen Armee und DEZA jährlich Material im Beschaffungswert von 50 Mio. Fr. für humanitäre Zwecke verteilen.

End of insertion

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen