Armut – die Ruhe vor dem Sturm

Die Zahl der Sozialfälle in acht grossen Deutschschweizer Städten ist 2008 zum dritten Mal in Folge zurückgegangen. Wegen der Rezession droht allerdings ein Anstieg von 30 Prozent, und das schon nächstes Jahr.

Dieser Inhalt wurde am 06. Juli 2009 - 13:59 publiziert

Die gute Nachricht vorweg: Die Zahl der Sozialhilfebezüger sank im vergangenen Jahr um 7%, teilte die Städteinitiative Sozialpolitik mit.

Hauptgrund war die gute Konjunktur, als die Wirtschaft übers ganze Jahr gesehen um 1,6% wuchs. Mit den rückläufigen Arbeitslosenzahlen sank auch die Anzahl Personen, die auf Unterstützung der Sozialhilfe angewiesen waren.

Doch die schlechte Nachricht folgt sogleich: Dieser Rückgang dürfte für längere Zeit der letzte gewesen sein. Der Leiter der Sozialen Dienste der Stadt Winterthur, Ernst Schedler, sprach gar von einer "Ruhe vor dem Sturm".

Wegen der Wirtschaftskrise gehen die Städte davon aus, dass die Sozialfälle in naher Zukunft stark zunehmen werden. Fürs laufende Jahr rechnet der Verbund mit einem Plus von 10 bis 20%; 2010 sei gar ein Anstieg von 30% denkbar. Bereits heute stellen mehrere Städte einen erhöhten Andrang fest.

Zudem warnte Ruedi Meier, Präsident der Städteinitiative und Sozialdirektor der Stadt Luzern davor, dass sich die Sozialhilfe wegen zunehmendem Druck auf dem Arbeitsmarkt immer mehr zu einem Auffangbecken für Langzeitarbeitlose entwickle.

swissinfo.ch und Agenturen

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen