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Asien-Reise baut Brücken für die Schweiz

In Indonesien hat Calmy-Rey auch Exponenten verschiedener Religionen getroffen.

(Keystone)

Humanitäre Hilfe und der Friedensprozess standen im Mittelpunkt der am Wochenende beendeten Reise von Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey nach Kambodscha und Indonesien.

Mit ihrem indonesischen Amtskollegen erläuterte Calmy-Rey auch wirtschaftliche und politische Fragen.

Der Aussenministerin dürften ausser den Gesprächen auch die farbenfrohen Empfänge in lebhafter Erinnerung bleiben. Sie traf auf ihrer Reise festlich rot-weiss geschmückte Strassen an, Willkommensgrüsse, Riesenporträts von ihr, Seite an Seite mit Kambodschas König Norodom Sihamouni beziehungsweise Indonesiens Präsident Susilo Bambang Yudhoyono.

"Es handelt sich um einen zusätzlichen Schritt in Richtung Asien. Wir haben grosse Erwartungen in diesen Kontinent und wollen hier unsere Präsenz verstärken", erklärte die Bundespräsidentin gegenüber swissinfo.

In Kambodscha stattete sie dem König einen 20-minütigen Höflichkeitsbesuch ab und traf sich dann mit Premier Hun Sen. Sie versicherte dem Regierungschef, dass die Schweiz den Demokratisierungs-Prozess weiter begleiten und unterstützen werde.

Nach Lesart ihres Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat Kambodscha in dieser Frage "grosse Fortschritte" erzielt, doch blieben zahlreiche "Herausforderungen", womit etwa die Menschenrechtslage gemeint sein dürfte.

Lebhafte Handelsbeziehungen

Calmy-Rey sicherte Schweizer Hilfe zu für den Kinder- und Frauenschutz, für Massnahmen gegen den Menschenhandel und für die Bildung eines Sondertribunals, das sich mit den Verbrechen der Roten Khmer befasst. Drei Millionen Franken gehen zudem an die Spitäler des Zürcher Kinderarztes Beat Richner in Phnom Penh.

In der - von Überschwemmungen getroffenen - indonesischen Hauptstadt Jakarta machte sich Calmy-Rey auch stark für die lebhaften Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern. Schon heute ist die Schweiz in Indonesien zweitgrösste Investorin hinter den USA.

Die Investitionen nehmen stetig zu. 2005 betrugen sie 3,5 Milliarden Franken. 70 Schweizer Firmen – unter ihnen ABB, Ciba, Credit Suisse, Nestlé und Novartis sind auf der Inselgruppe aktiv und beschäftigen insgesamt rund 60'000 Personen.

Bundespräsidentin

Die Bundespräsidentin (oder der Bundespräsident) wird jedes Jahr aus der Mitte der Schweizer Landesregierung (Bundesrat, Exekutive) gewählt, die ...

Offene Fragen

"Im vergangenen Jahr haben wir in Guangzhou (China) ein neues Konsulat eröffnet. Jetzt versuchen wir unsere Beziehungen mit Indonesien zu vertiefen, einem Land, das immer wichtiger wird", so Calmy-Rey.

Offene Fragen blieben bei juristischen Angelegenheiten. Jakarta strebt ein Rechtshilfeabkommen an, damit sich illegale indonesische Gelder auf Schweizer Banken aufspüren lassen. Für Calmy-Rey ist ein solches Abkommen "wünschenswert", aber - mit Blick auf die bestehenden Schweizer Gesetze - nicht zwingend notwendig.

Mit einem Besuch auf der indonesischen Insel Sumatra hat Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey am Wochenende ihre Asien-Reise abgeschlossen. In der Provinzhauptstadt Banda Aceh weihte sie ein Werk zur Trinkwasserversorgung ein.

Tanzdarbietungen

Die Tsunami-Katastrophe vom Dezember 2004 hatte in Banda Aceh 290'000 Menschen von der Wasserversorgung abgeschnitten. Die neue Trinkwasseraufbereitungsanlage, die in 21 Monaten erstellt wurde, nutzt Flusswasser und eine Quelle. Sie zeichnet sich durch eine wartungsarme Technik aus und ist erdbebensicher gebaut.

Das vier Millionen Franken teure Werk wurde zu 60% von der Glückskette finanziert. 15% übernahm das Schweizerische Rote Kreuz, den Rest steuerte die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) bei.

An einer Zeremonie nahm Calmy-Rey den Dank des Provinz-Gouverneurs Jussuf Irowandi entgegen, eines ehemaligen Führers der separatistischen Rebellengruppe GAM. Umrahmt wurde die Feier von den Tanzdarbietungen kleiner, in gelb und rosa gekleideter Mädchen. Ein Imam las Koranverse vor.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Kambodscha

Fläche: 181'035 km2
Bewohner: 14 Mio.
BIP pro Kopf: 346 Dollar
Auslandschweizer: 114

Indonesien

Fläche: 1,92 Mio. km2
Bewohner: 222 Mio.
BIP pro Kopf: 1258 Mio. Dollar
Auslandschweizer: 786

Infobox Ende

Trinkwasser

Am Samstag hat Micheline Calmy-Rey in der indonesischen Provinzhauptstadt Banda Aceh eine neue Trinkwasser-Aufbereitungsanlage eingeweiht, die nach dem Tsunami mit Schweizer Hilfe gebaut worden ist.

Die Anlage versorgt 290'000 Menschen mit täglich 150 Liter Trinkwasser.

Die Schweiz unterstützt auch den Friedensprozess, der nach dem Tsunami in Gang gekommen ist und Ende 2005 in Finnland in ein Abkommen zwischen der Regierung und der Bewegung Freies Aceh mündete.

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