Navigation

Skiplink navigation

Aus dem Zentrum Berns verbannt

"Deglobalisierung oder Globalisierung von unten?" fragt das "Andere Davos" auf seiner Website. (otherdavos.net) www.otherdavos.net

Die internationale Konferenz "Das andere Davos" darf nicht in Berns Zentrum tagen, sondern an einem Ort, der weiter entfernt ist vom Bundeshaus.

Dieser Inhalt wurde am 14. Januar 2005 - 09:01 publiziert

Die Stadt Bern hat den "Umzug" mit Sicherheitsbedenken begründet. Für die Veranstalter ist das schlicht "skandalös".

"Das andere Davos" wird von attac (association pour une taxation des transactions financières pour l'aide aux citoyens et citoyennes) Schweiz organisiert.

Die Aufforderung, den Anlass nicht in der Innenstadt durchzuführen, sei ein "präzedenzloser Vorfall", teilte attac Schweiz am Donnerstag in Bern mit.

Frechheit

Alessandro Pelizzari, Sekretär der organisierenden Gruppe attac schweiz, kritisierte den Entscheid als Einschränkung des Rechts auf freie Meinungsäusserung.

Beim Weltwirtschaftsforum (WEF) hätte niemand die Frechheit, die eingeladenen Gäste so kurzfristig vor den Kopf zu stossen.

Die Verschiebung sei ein Zeichen, dass die Berner Stadtregierung "willens ist, das Recht auf freie Meinungsäusserung in der Innenstadt einzuschränken".

Doch aus Rücksicht auf die Teilnehmer werde das Angebot der Stadt akzeptiert, den Anlass in der Dampfzentrale durchzuführen, sagte Pelizzari weiter. Verhandlungen über allfällige Entschädigungen seien noch im Gang.

EvB entrüstet

Die "Erklärung von Bern" (EvB), Mitveranstalterin der WEF-kritischen Bewegung "The Public Eye on Davos", ist "entrüstet über diese eklatante Verletzung der Meinungsäusserungs-Freiheit".

Weiter schrebt die EvB: "Mit der seit mehreren Jahren durchgeführten Veranstaltung 'Das andere Davos' leistet attac und weitere unterstützende Organisationen einen wichtigen Beitrag zur globalisierungskritischen Debatte in der Schweiz."

Kurzfristige Entscheidung

Der Entscheid, das Forum zu verlegen, sei kurzfristig gefallen und unter den gegebenen Umständen die beste Lösung, sagte Katrin Reist vom Kulturzentrum "Progr", wo die Veranstaltung hätte stattfinden sollen. Die Sicherheit habe den Ausschlag gegeben.

Das "Progr" verfüge über viele Ein- und Ausgänge. Die Sicherheit für Forumsteilnehmer und Mieter hätte nur mit viel Aufwand gewährleistet werden können.

Von der Infrastruktur her sei die Dampfzentrale besser geeignet. Mit dem Entscheid der Berner Stadtbehörden, am 22. Januar eine Kundgebung auf dem Bundesplatz, aber keine Anti-WEF-Demonstration durch die Innenstadt zuzulassen, habe der Entscheid nichts zu tun.

Teilnehmer aus vier Kontinenten

"Das Andere Davos" findet am Abend des 22. Januar statt. 300 bis 400 Teilnehmer werden erwartet. Intellektuelle aus vier Kontinenten diskutieren unter dem Titel "Deglobalisierung und Globalisierung von unten?" gemeinsam mit dem Publikum über alternative Modelle.

Hauptreferent ist der ugandische Ökonom Yash Tandon, Direktor der Nichtregierungs-Organisation (NGO) Seatini und Leiter des South Centre in Genf.

Laut Angaben von attac Schweiz wird die Veranstaltung von Gewerkschaften, NGO und globalisierungskritischen Organisationen unterstützt.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

1999: Erste Demonstration gegen das WEF in Davos. Proteste gegen die Welthandelsorganisation (WTO) in Seattle, USA

2000: In Genf wird das Sozialforum gegründet. Das erste Treffen findet in Porto Alegre, Brasilien, statt.

2001: Gewalttätige Demonstrationen in Genua, Italien, gegen das G8-Treffen. Der erste Anti-Globalisierungs-Demonstrant wird getötet.

2002: Erstes europäisches Sozialforum in Florenz, Italien.

2003: Mehr als 10'000 Personen bilden eine Kette gegen die G8-Konferenz im französischen Evian. Genf und Lausanne sind Bühnen für gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und einem Teil der Demonstranten.

2004: Der grösste Teil der Anti-Globalisierungs-Aktivisten verzichtet auf eine Anti-WEF-Demonstration in Davos.

End of insertion

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen