Aus für Telekomm-Unternehmen Callino

Das Zürcher Telekommunikations-Unternehmen Commcare übernimmt per sofort die Geschäftsaktivitäten der Callino (Schweiz) AG, die in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Die rund 110 Mitarbeiter der Callino stehen auf der Strasse.

Dieser Inhalt wurde am 05. April 2001 - 13:37 publiziert

"Wir können die Mitarbeiter der Callino nicht übernehmen", sagte Commcare-Konzernchef Urs Loeliger am Donnerstag (05.04.). Lediglich einige wenige könnten bei der Commcare unterkommen. Callino habe ihrer Belegschaft bereits am Freitag gekündigt.

Geldhahn zugedreht

Die Callino war in finanzielle Schwierigkeiten geraten, nachdem die US-Muttergesellschaft Formus Anfangs März angekündigt hatte, alle Zahlungen an Callino einzustellen. Der Schweizer Gesellschaft wurde angeboten, sich auf eigene Beine zu stellen. Seither wurde mit Investoren über Kapitalspritzen verhandelt.

Callino hatte am 1. August des letzten Jahres den Betrieb als Telefonie- und Internet-Anbieter aufgenommen. Seit Januar 2001 wurden Breitband-Dienste (ADSL) und seit Februar WLL-Dienste angeboten.

Das Unternehmen hatte im letzten Frühjahr für 55 Mio. Franken eine nationale WLL-Lizenz ersteigert. Die auf Richtfunk basierende WLL-Technologie erlaubt es, die Swisscom auf der sogenannten "letzen Meile" zu konkurrenzieren.

Nationale WLL-Lizenz

Callino war bislang noch der einzige landesweite Anbieter von WLL-Dienstleistungen, nachdem FirstMark und UPC nicht mehr in dem Bereich tätig sind. Jetzt will Commcare an Calinos Stelle treten. Laut Firmenchef Loeliger ist die nationale WLL-Lizenz einer der Hauptgründe für die Übernahme.

In der Geschäftsstrategie gebe es allerdings "eine drastische Änderung", sagte Loeliger. Bis Ende Jahr plant Commcare Basisstationen in den 10 grössten Schweizer Städten aufzubauen. Callino hatte bis zum selben Zeitpunkt ein schweizweites Netz von rund 100 Basisstationen geplant.

Zudem werde Commcare nur das Business-to-Bussiness-Geschäft von Callino weiterführen. Der Bereich Privatkunden soll in "absehbarer Zeit" verkauft werden, wie Loeliger weiter sagte.

Wieviel für Callino bezahlt wird, wollte der Commcare-Konzernchef nicht bekannt geben.

swissinfo und Agenturen

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