Auslandschweizer als Landeswerber

Schweizer Fussballfan fachsimpelt in Muscat mit zwei Einheimischen. Vielleicht will er auch in Muscat bleiben, und erzählen, wie schön die Schweiz ist... Keystone

Rund 1500 Auslandschweizer haben sich bei Schweiz Tourismus als "touristische Botschafter" gemeldet. ST möchte das Kontaktnetz der ASO für eine Image-Werbung nutzen und möglichst viele Landsleute im Ausland dafür einspannen.

Dieser Inhalt wurde am 28. Mai 2010 - 08:48 publiziert

Jeder der rund 700'000 Auslandschweizer ist ein potentieller touristischer Landeswerber: Schweiz Tourismus (ST), die offizielle Organisation für Landeswerbung, möchte so viele Auslandschweizer wie möglich in ihre Anfang 2009 zusammen mit der Auslandschweizer-Organisation (ASO) gestartete Kampagne einspannen.

Mit dem Umstand, dass prominente Auslandschweizer wie der Chef der Deutschen Bank Josef Ackermann oder Tennisprofi Roger Federer auf Grund ihrer Bekanntheit ganz automatisch Botschafter für ihr Land darstellen, habe die Kampagne nichts zu tun.

Es gehe vielmehr um Emotionen, sagt ASO-Sprecherin Ariane Rustichelli: "Viele Auslandschweizer sind ihrer Heimat sehr verbunden. Und das macht sie zu guten Botschaftern."

"Die ASO und ST haben im vorliegenden Fall auch ein gemeinsames Zielpublikum", so Rustichelli weiter, "und beide möchten den Kontakt zwischen den Auslandschweizern und ihrer Heimat verstärken."

Gratis-Kit mit viel Werbematerial

Ähnlich sieht es auch ST-Sprecherin Véronique Känel: "Mit der Kampagne wird das Interesse vieler auslandschweizerischer 'Tourismus-Botschafter' an der eigenen Heimat gefördert. Und zweitens bietet sich ihnen die Möglichkeit, Schweiz-Werbung in ihrem Umfeld zu betreiben."

Schreibt sich ein Auslandschweizer als "Botschafter" ein, registriert er sich bei "Netzwerk Schweiz". Darauf erhält er gratis ein Promotions-Kit mit Plakaten, Postkarten, Broschüren, Fähnchen mit dem Schweizer Kreuz und eine DVD mit Bildern und Präsentationen über die Schweiz. Damit lasse sich ein touristisches Gespräch oder ein Vortrag über die Schweiz machen, sagt Känel.

Die Tourismusexpertin hofft, dass sich bis Ende Jahr 4000 Personen registrieren werden.

Was erhalten die Botschafter als Entgelt für ihr Engagement? Regelmässige Informationen und Neuigkeiten, sowie Preisnachlässe bei speziellen Reiseangeboten in der Schweiz, zum Beispiel bei einigen Bergbahnen.

Im April sei der weltweit verteilten "Schweizer Revue" eine Sonderbeilage von 300'000 Exemplaren beigelegt worden, so Känel. In jeder Ausgabe dieses Magazins der ASO gebe es ausserdem noch eine Seite zum Thema Landeswerbung mit inspirierenden Reisetipps.

Schweiz Tourismus unterhält seit langem ein eigenes Netz an Auslandvertretungen. Doch damit habe diese Kampagne nichts zu tun, so die ST-Sprecherin: "Diese Vertretungen bearbeiten die Märkte in den betreffenden Ländern direkt." Diese wenden sich an die lokalen Tourismusfachleute. Die Ambassadoren-Kampagne hingegen ist direkt aufs Publikum gerichtet.

Schweiz von nah und fern

Es sei gut möglich, dass es "Tourismusbotschafter" in Nachbarländern wie Frankreich oder Deutschland derzeit etwas schwerer hätten als in weit entfernten Ländern, vermutet Rustichelli von der ASO.

Denn die Schweiz sei in jüngster Vergangenheit gerade in Europa aus politischen Gründen stark kritisiert worden. Das wirke sich auf die Wahrnehmung unseres Landes aus. Als Botschafter müsse man in solchen Fällen die Position der Schweiz verteidigen und die generellen Vorzüge zur Sprache bringen.

Viel Interesse gebe es nach wie vor für die schönen Landschaften in der Schweiz. Das zeige sich gerade wieder an der Weltausstellung in Schanghai, wo der Schweizer Pavillon Erfolg habe. Die Berg- und Seen-Landschaften seien seit Beginn des Tourismus als Werbeträger eingesetzt worden, und erschienen als solche für Inländern heute eher etwas veraltet.

Aber für Ausländer hätten sie weiterhin einen hohen Wert, und bei den Auslandschweizern setzten sie Emotionen frei. Darum, so Rustichelli, ergäben sich hier vielerlei Synergien zwischen den Bedürfnissen von Schweiz Tourismus und jenen der Auslandschweizer. .

Alexander Künzle, swissinfo.ch

Aufteilung nach Ländern

Die rund 1500 Botschafter des Schweizer Netzwerks verteilen sich auf folgende Herkunftsländer:

Deutschland: 12.4%
USA: 12%
Frankreich: 10.1%
Kanada: 7.8%
Australien: 6.9%
Italien: 4.3%
UK: 3.9%
Argentina: 2.8%
Andere Länder: 39.8%

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Jürg Schmid kehrt zurück

Jürg Schmid, während einem Jahrzehnt Direktor von Schweiz Tourismus ST, kehrt nach einem kurzen Zwischenspiel bei den SBB zu Schweiz Tourismus zurück.

Der VR der SBB hatte den Marketingmann im November 2009 zum Leiter der Division Personenverkehr und Mitglied der Konzernleitung ernannt.

Nun hat am 26. Mai 2010 der Bundesrat die Wahl des neu-alten Direktors durch den ST-Vorstand genehmigt.

Der Suchprozess für die neue Direktion sei praktisch auf Ziellinie gewesen, als eine grundlegend neue Ausgangslage eintrat, als Jürg Schmid entschied, seine Aufgabe bei der SBB innerhalb der Probezeit zu beenden, so die ST.

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Euro-Schwäche

Der Schweizer Tourismus wird vom schwachen Euro, der sich als starker Franken niederschlägt, in Mitleidenschaft gezogen.

Durch die Verteuerung des Frankens für EU-Bürger wird die Schweiz als Destination teurer.

Die Hotellerie rechnet deshalb mit rund 5% weniger Gästen aus dem Ausland für die Sommersaison.

Anderseits dürften mehr Gäste aus den USA kommen, die in Dollar rechnen, und denen der schwache Euro für Europareisen zugute kommt.

Auch finden in diesem Jahr wieder die Passionsspiele im bayrischen Oberammergau statt. Das BAK Basel rechnet deshalb mit rund 250'000 mehr Übernachtungen von Amerikanern in der Schweiz.

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