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Autogaragen im Dauerstress

Autogaragen beschäftigen rund 42'000 Angestellte in der Schweiz.

(Keystone)

Der Konkurrenzkampf unter den Schweizer Auto-Garagisten wird immer härter. Rund die Hälfte der Firmen hat im letzten Jahr mit dem Verkauf von Neuwagen Verluste gemacht. Die Konzentration in der Branche dürfte weitergehen.

In der Schweiz sind im letzten Jahr 315'398 neue Personenwagen verkauft worden. Das sind 0,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Dieser leichte Rückgang ist auf die Sättigung des Marktes zurückzuführen.

1999 wurden mit Neuwagen 27,8 Mrd. Franken umgesetzt. Diesen Kuchen teilen sich 5'900 Garagen, die 42'000 Angestellte haben.

Und für das laufende Jahr erwartet der Autogewerbe-Verband Schweiz (AGVS) nicht, dass sich die Lage deutlich verändert: Es sei kaum mit einem "markanten Anstieg der Verkaufszahlen zu rechnen", heisst es in einem Communiqué.

Service und Ersatzteile retten das Geschäft

Die Garagen seien dank dem Service und dem Verkauf von Ersatzteilen rentabel, sagt der Präsident des Autogewerbe-Verbandes Schweiz (AGVS), Roland Ayer. Einige würden ihre Konten mit dem Verkauf von Gebraucht-Wagen ausgleichen, was eine interne Quer-Subventionierung sei.

Im allgemeinen gewähren die Autoimporteure den Händlern eine Bruttomarge von 12 bis 17%. Um zu überleben und ihre laufenden Kosten wie beispielsweise Showrooms decken zu können, müssten die Garagisten mindestens 10%für sich behalten.

Unter dem Strich bleiben 2 Prozent

"Ich bin überzeugt, dass es in der Schweiz keine Garage mehr gibt, die dieses Ziel erreichen kann", sagt der Präsident der Genfer AGVS-Sektion Yves Golaz. Es sei nicht selten, dass die Händler Rabatte bis zu 15 Prozent für Kunden einräumten. Viele Kunden zögen von Garage zu Garage, um die grösstmögliche Preisrekuktion herauszuholen.

Wenn der Importeur dem Händler eine Marge von 17 Prozent gewährt, bleiben unter dem Strich nur noch 2 Prozent übrig. So verdient der Garagist beispielsweise bei einem Auto, das 30'000 Fr. kostet, lediglich 600 Franken. Ohne grosse Verkaufszahlen dürfte es also sehr schwierig sein, rentabel zu bleiben.

"Es ist klar, dass die Zahl der Autohändler zurückgehen wird", sagt Ayer. Die Schweiz hat die grösste Garagendichte Europas. Insgesamt gibt es hierzulande 5'900 Garagen, wovon 4'300 Markenhändler.

Struktur verändert sich

Die Struktur der Branche beginnt sich jedoch nur langsam zu verändern. Um den Kunden überall die gleichen Angebote machen zu können, haben die Importeure die Zahl der offiziellen Marken-Vertretungen eingeschränkt.

Parallel zur Redimensionierung des Händlernetzes zeigt sich ein weiteres Phänomen: Einige Importeure beteiligen sich an Garagen oder kaufen sie gar auf. Dies haben bereits Honda Schweiz, Mercedes Schweiz oder der VW-Importeur AMAG getan, der diese Entwicklung in der Schweiz eingeläutet hat.

Philippe Gumy, (sda)

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