Navigation

Bangen um Swissair-Töchter

Das Droh-Lied "Wenn die Millionen nicht fliessen, gehen wir bankrott", singen nun auch die Swissair-Töchter! Keystone

Das Swissair-Debakel geht weiter. Nun brauchen die Swissair-Töchter im flugnahen Geschäft dringend mehrere hundert Millionen Franken.

Dieser Inhalt wurde am 29. Oktober 2001 - 17:49 publiziert

Eine Woche nachdem Bund und Wirtschaft zur Sicherung einer interkontinentalen Fluggesellschaft 4 Mrd. Franken (vier tausend Millionen) zur Verfügung gestellt haben, steht den Swissair-Töchtern im flugnahen Geschäft das Wasser bis zum Hals.

Die Finanzlöcher sind entstanden, weil die Swissair den Forderungen nicht mehr nachgekommen war. Am Montag beriet die Task-Force des Bundes über Wege zur Rettung dieser Betriebe. Beschlüsse sind nicht bekannt.

Mehrere hundert Millionen Franken fehlen. Die Wartungsfirma SR Technics und die Informatiktochter Atraxis alleine beziffern den Finanzbedarf auf 300 Mio. Franken. Aber auch dem Abfertigungsunternehmen Swissport fehlt es an Geld.

Einmal mehr: Mit Nachlass-Stundung drohen

Die Drohung steht wieder im Raum: Die SR Technics geht in Nachlass-Stundung, sollte keine rasche Lösung für den Finanzbedarf von 240 Mio. Franken gefunden werden. Für kurzfristige Kredite hofft das Unternehmen auf die Grossbanken und den Kanton Zürich.

Am Montagnachmittag diskutierte die vom Bund geleitete Task Force insbesondere über die Liquiditäts-Probleme der flugverwandten Swissair-Tochterfirmen. Für Dienstag ist zudem eine Sitzung einer vom Kanton Zürich geleiteten Projektgruppe vorgesehen. Dabei sollte ebenfalls die Situation der Infrastruktur-Firmen zur Sprache kommen.

Die flugverwandten Swissair-Töchter warten weiterhin auf den von den Grossbanken UBS und Credit Suisse Group versprochenen Betriebskredit von insgesamt 250 Mio. Franken. Seit der vor rund einer Woche bewilligten Zahlung von 70 Mio. Franken habe die UBS noch keine weiteren Gelder zur Verfügung gestellt, gab UBS-Sprecherin Eveline Müller bekannt.

Die Crossair ist auf die Swissair-Technik-Töchter angewiesen. Die Firmen seien unabdingbar für die neue interkontinentale Fluggesellschaft, sagte Crossair-Sprecher Manfred Winkler.

Swissport vor Verkauf

Gleichzeitig schreiten die Verkaufsverhandlungen bei SR Technics und Atraxis nur zögerlich voran. Einzig bei Swissport zeichnet sich ein Abschluss ab.

Stephan Beerli von Swissport International rechnet damit, dass die Verhandlungen mit der britischen Investment-Gesellschaft Candover Mitte November abgeschlossen sein werden.

Crossair GV am Samichlaustag

Bei der maroden Swissair geht die Kündigungswelle weiter. Alle Beschäftigten der Swissair-Kommunikationsstelle haben die Kündigung bekommen, teilte die Medienstelle mit. Ein kleines Team bleibe noch, um einen Minimalbetrieb fortzuführen.

Angestellte der ehemaligen SAirGroup wollen am Montagabend in Genf eine Generalversammlung durchführen. Dabei wollen die Gewerkschaften über eine Verschärfung der Kampfmassnahmen beraten. Die ausserordentliche Generalversammlung der Crossair ist am Montag auf den 6. Dezember festgesetzt worden.

Kantonalbanken wollen sich beteiligen

Zur Finanzierung der neuen interkontinentalen Fluggesellschaft werden weitere Schritte unternommen. Im Rahmen einer Aktion des Verbandes Schweizerischer Kantonalbanken (VSVK) kündigten verschiedene Banken Beteiligungen an der neuen Airline an. So sollen schätzungsweise weitere 60 bis 70 Mio. Franken zusammenkommen.

swissinfo und Agenturen

Artikel in dieser Story

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Diskutieren Sie mit!

Mit einem SWI-Account erhalten Sie die Möglichkeit, Kommentare auf unserer Webseite sowie in der SWI plus App zu erfassen.

Login oder registrieren Sie sich hier.