Banken gegen Terror-Gelder

Banken wollen vermehrt mit den Behörden zusammenspannen. Keystone

Zwölf internationale Grossbanken, darunter die UBS und die Credit Suisse, suchen nach Lösungen im Kampf gegen Terrorismus-Gelder. Im Vordergrund steht Teamwork mit den Behörden.

Dieser Inhalt wurde am 28. Januar 2002 - 21:38 publiziert

Die vor gut einem Jahr von zwölf Grossbanken vereinbarten Wolfsberg-Prinzipien, die Richtlinien im Kampf gegen Geldwäscherei festschreiben, sind in Bezug auf Terrorismus-Gelder vertieft worden. Denn der Kampf gegen den Terrorismus stelle die Finanzdienstleistungs-Konzerne vor grosse Herausforderungen, teilten die zwölf Banken am Montag mit.

Die Probleme stellten sich vor allem deshalb, weil das Geld, mit dem Terrorismus finanziert werde, oft aus sauberer Quelle komme, heisst es. Daneben sei im Gegensatz zu der Geldwäscherei nicht in erster Linie das Privatkundengeschäft betroffen, sondern das kleinere Bankkunden-Geschäft. Deshalb brauche es feinere Instrumente, um die Terrorismusgelder zu bekämpfen.

Globale Zusammenarbeit

Neben der UBS und der Credit Suisse Group haben sich die ABN Amro Bank, die Deutsche Bank, Banco Santander Central Hispano, Bank of Tokyo-Mitsubishi, HSBC, Barclays, J.P. Morgan Chase, Citigroup, Société Générale sowie die Anti-Korruptionsorganisation Transparency International, Strafrechtsprofessor Mark Pieth und Vertreter von Strafverfolgungsbehörden an den Gesprächen für eine Ausweitung der Richtlinie beteiligt.

Der Kampf gegen den Terrorismus bedinge die globale Zusammenarbeit zwischen den Regierungen und den Finanzinstituten, heisst es. Die Geldinstitute könnten die Regierungen unterstützen.

Informationsaustausch mit Behörden

Dabei stehe der Informationsaustausch und die Überprüfung von Personen und Organisationen durch konkrete Angaben der Behörden im Vordergrund. Es dürfe jedoch nicht zu Diskriminierungen kommen. Die Rechte der Einzelpersonen seien zu respektieren.

Die Banken erklärten sich bereit, anhand von Listen eigene Nachforschungen anzustellen und verdächtige Aktivitäten zu melden. Dabei sollen Regierungen und Behörden die Listen mit verdächtigen Organisationen oder Personen erstellen und die Zusammenarbeit koordinieren.

Sorgfalt sicherstellen

Die Wolfsberg-Prinzipien sind im Oktober 2000 der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Die Banken wollen damit sicherstellen, dass die notwendige Sorgfalt im Kampf gegen Geldwäscherei beachtet wird. Im Mittelpunkt steht das "Kenne-deinen-Kunden"-Prinzip.

Die Richtlinien werden Wolfsberg-Prinzipien genannt, weil sie im gleichnamigen Ausbildungszentrum der UBS verabschiedet worden sind. Die Ergänzung der Richtlinien im Umgang mit Terrorismusgeldern ist vom 9. bis 11. Januar 2002 ebenfalls im Wolfsberg-Zentrum bestimmt worden.

swissinfo und Agenturen

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