Basler Konjunkturforscher rechnen mit Realwachstum von 3 Prozent

Das Basler Konjunkturforschungsinstitut BAK hat seine Wachstumsprognose für die Schweizer Wirtschaft deutlich nach oben revidiert. Im laufenden Jahr könne mit einem realen Wachstum von 3,0 Prozent gerechnet werden - der höchsten Rate seit zehn Jahren.

Dieser Inhalt wurde am 11. Mai 2000 - 06:37 publiziert

Die Konjunkturforschung Basel AG (BAK) hatte gemäss der am Mittwoch (10.05.) vorgestellten Frühjahrsprognose bisher ein reales Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 2,3 Prozent für 2000 vorausgesagt.

Aufgrund der günstigen Lage der Weltkonjunktur, die sich vor allem für die Schweizer Exporte als Motor erweisen wird, sowie der anhaltend starken Konsumnachfrage im Inland sagen die Basler Konjunkturexperten nun eine Zunahme des BIP von 3,0 Prozent voraus.

Letztmals war die Schweizer Wirtschaft 1990 stärker gewachsen, nämlich um 3,7 Prozent. Im Unterschied zu damals befürchtet die BAK aber keine harte Landung der Schweizer Wirtschaft: Für 2001 wird eine Wachstumsverlangsamung auf 2,1 Prozent erwartet.

Die Zuversicht der BAK - es handelt sich um die optimistischste aller Frühjahrsprognosen - basiert auf der Erwartung, dass die Inlandnachfrage ihren Wachstumsbeitrag nochmals leicht erhöhen und dass auch der Aussenhandel wieder einen positiven Beitrag leisten wird. Beim privaten Konsum, der mit Abstand wichtigsten BIP-Komponente, wird nur eine leichte Verlangsamung des Wachstums von 2,2 im Jahre 1999 auf 2,1 Prozent in diesem Jahr vorausgesagt.

Der Aufschwung bei den Bauinvestitionen sollte dieses Jahr alle Sparten erfassen und ein Wachstum von 2,5 Prozent erreichen. Die Ausrüstungsinvestitionen dürften sogar um 5,6 Prozent steigen.

Die günstige Weltkonjunktur sowie der schwache Franken werden nach Erwartung der BAK die Exporte deutlich ankurbeln. Mit 9,2 Prozent wird eine mehr als doppelt so hohe Wachstumsrate wie im letzten Jahr prognostiziert.

Arbeitslosigkeit dürfte Tiefststand erreichen

Auf dem Arbeitsmarkt rechnen die Basler Konjunkturforscher mit einer Zunahme der Beschäftigung um 1,0 Prozent und einem Rückgang der Arbeitslosenquote auf durchschnittlich 2,1 Prozent. Damit dürfte aber der Tiefststand erreicht sein; für 2001 sagt die BAK eine Quote von 2,2 Prozent voraus. Die Teuerung werde sich bei 1,6 Prozent in diesem Jahr und 1,7 Prozent im nächsten Jahr einpendeln.

Preissteigerungen werden bei den Mieten als Folge von Hypothekarzinserhöhungen befürchtet. Zudem dürften auch die Löhne wieder stärker steigen, was die Durchsetzung von Preisaufschlägenerleichtern werde. Ein eigentliches Auslösen der Lohn/Preis-Spirale müsse aber noch nicht befürchtet werden. Beim Wechselkurs wird eine Abschwächung des Dollars im Laufe des Jahres erwartet. Der Euro dürfte sich hingegen zum Franken wieder etwas verteuern.

Die über Erwarten günstigen Wachstumsaussichten für die Schweizer Wirtschaft werden sich auch auf die einzelnen Branchenprognosen auswirken, wie die BAK weiter ausführte. Das Institut erwartet eine weitere Verbesserung der Arbeitsproduktivität dank des Einsatzes der Informationstechnologien.

swissinfo und Agenturen

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