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Bisherige Verkehrspolitik ist ungenügend

Kilometerlange Staus sind bereits Gewohnheit.

(Keystone)

Mit der bisherigen Verkehrspolitik ist laut Nationalfonds in der Schweiz keine nachhaltige Entwicklung möglich. Um bei steigender Mobilität Staus, Umweltbelastungen und finanzielle Einbussen zu verhindern, brauche es griffige Massnahmen, sagten die Experten am Montag (29.01.)vor den Medien in Bern.

Das Nationale Forschungsprogramm "Verkehr und Umwelt" (NFP 41) fordert insbesondere Massnahmen beim Freizeit- und beim Luftverkehr. Der Luftverkehr dürfe nicht länger von Steuerermässigungen profitieren. "Ohne massives Gegensteuer geht es mit voller Fahrt Richtung Finanz, Umwelt- und Verkehrskollaps, sagte Programmleiter Felix Walter.

Um trotz der wachsenden Mobilität die massive Zunahme von Staus und Umweltschäden zu verhindern, sind umfangreiche Massnahmen nötig. Handlungsbedarf bestehe vor allem im Luft- und im Freizeitverkehr, sagten die Verantwortlichen am Montag (29.01.) vor den Medien in Bern.

Der Freizeitverkehr macht demnach rund 60 Prozent der gefahrenen Kilometer aus, und der Luftverkehr ist für 13 Prozent der Klimabelastungen in der Schweiz und bis im Jahr 2020 für rund ein Drittel der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Die ungedeckten Kosten des Verkehrs betragen jährlich rund 10 Mrd. Franken.

"Fahrt Richtung Kollaps"

Die Synthese des Forschungsprogramms zeige, dass weder marktwirtschafliche noch technische oder bewusstseinsbildende Massnahmen allein ausreichten, um dem rapiden Wachstum zu begegnen, hiess es weiter. In Sachen Mobilität müssten auch die Werthaltungen in Frage gestellt werden.

"Ohne massives Gegensteuer gehts mit voller Fahrt Richtung Finanz-, Umwelt- und Vekehrskollaps", sagte Programmleiter Felix Walter. Der Weg zu einer nachhaltigen Verkehrspolitik führe nur über den Einsatz aller zur Verfügung stehenden Strategien.

Service Public und Kostenwahrheit

Empfohlen werden unter anderem ein umfassender Service Public mit öffentlichen Verkehrsmitteln und gute Informationen über die Angebote. Auch die kombinierte Mobilität mit Car-Sharing habe noch ein grosses Kundenpotenzial. Weiter sollen umweltfreundlichere Fahrzeuge konsequent gefördert werden.

Der Weg übers Portemonnaie sei zwar nicht ausreichend, aber nötig: Die ungedeckten Kosten des Verkehrs durch Unfälle und Umweltschäden müssten von den Verursachern finanziert werden.

Vom Staat werden Anreize und Rahmenbedingungen für einen wirksamen Wettbewerb gefordert. Der Flugverkehr dürfe nicht länger von Steuern befreit und in Klimakonzepten ausgeklammert werden.

Grosses Gewicht wird auch auf die Abstimmung von Raumordnung und Verkehr gelegt: Bei der Planung von Siedlungen und Arbeitsplätzen soll auf kurze Wege und direkte Verbindungen geachtet werden. Des weiteren soll die Schweiz international aktiver auftreten und europäische Trends berücksichtigen.

Ergebnisse auf 16'000 Seiten

Das 1995 vom Bundesrat lancierte Nationale Forschungsprogramm "Verkehr und Umwelt" (NFP 41) hatte sich zum Ziel gesetzt, eine Denkfabrik für eine nachhaltige Verkehrspolitik zu werden. Die Basis bildeten 54 Forschungsprojekte zu unterschiedlichen Aspekten.

Der Schweizerische Nationalfonds stellte 10 Millionen Franken zur Verfügung. Das Ergebnis sind rund 100 Berichte mit einem Umfang von total 16'000 Seiten. Die Erwartungen seien erfüllt, schreibt Verkehrsminister und Bundespräsident Moritz Leuenberger dazu. Am Dienstag und Mittwoch findet eine Abschlusstagung statt.

swissinfo und Agenturen


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