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Blocher trennt sich finanziell von Ems-Chemie

Christoph Blocher hat sich nun auch finanziell von der Ems getrennt und kann sich ganz seiner neuen Aufgabe widmen.

(Keystone Archive)

Der neue Bundesrat Christoph Blocher hat seine bisherige Mehrheits-Beteiligung an der Ems-Chemie an seine vier Kinder übertragen.

Damit will er seine Interessen als Unternehmer und Bundesrat glaubwürdig entflechten.

Der neue Bundesrat Christoph Blocher hat seine bisherige Mehrheits-Beteiligung an der Ems-Chemie an seine vier Kinder übertragen. Damit wolle er seine Interessen als Unternehmer und Bundesrat glaubwürdig entflechten.

Er sei nun weder führungsmässig noch als Eigentümer direkt oder indirekt mit der Ems-Chemie verbunden, teilte Blocher am Mittwoch nach der ausserordentlichen Generalversammlung mit.

Rechtlich hätte Blocher nicht so weit gehen müssen: Für die Bundesräte besteht keine Offenlegungspflicht ihrer Beteiligungen. Wie sie ihr Vermögen anlegen, gilt als Privatsache.

Er sei "glücklich, dass ich die Unternehmung einer tatkräftigen und kompetenten Führung übergeben darf", sagte Blocher nach kurzer Rückschau auf seine fast 35-jährige Tätigkeit bei der Ems, die er 1983 übernommen hatte.

Früher als erwartet

Blocher hatte die Eigentums-Übertragung von rund 73% an der Ems-Chemie bereits vor den Bundesratswahlen in Aussicht gestellt, wollte sich aber ursprünglich Zeit lassen bis spätestens Frühjahr 2004. Nun habe man sich kurzfristig einigen können, betonte der neue Justizminister.

Der Direktbesitz von 13% an Ems sowie die Emesta Holding seien durch Schenkung und Verkauf zu je gleichen Teilen an seine vier Kinder übertragen worden, so dass diese nun mit je 3,25% an Ems und mit je 25% an Emesta beteiligt seien. Die Emesta ihrerseits hält 60% an der Ems-Chemie.

Die Ems teilte weiter mit, für 2004 sei eine ausserordentliche Dividende in Vorjahreshöhe von rund acht Franken pro Aktie geplant.

Neue Unternehmensleitung besiegelt

Bestätigt wurden an der Generalversammlung zudem die Wahl von Blochers Tochter Magdalena Martullo-Blocher als neue Konzernchefin sowie die Wahl von Dieter Klug als künftiger Verwaltungsratspräsident.

Er gilt als unternehmerischer Weggefährte Blochers. Klug hatte vor einem Jahr "aus Altersgründen" die Leitung der Maschinenfabrik Netstal abgegeben. Er bleibt aber im Verwaltungsrat der Netstal.

Damit hat Blocher seine bisherige Doppelrolle als operativer Leiter und VR-Präsident getrennt. Neu im Verwaltungsrat Einsitz nimmt zudem Albert Reich, Leiter der Sparte Ems-Grivory.

Schlüsselübergabe im Justizministerium

Nach der Medienkonferenz am Morgen reiste Blocher nach Bern. Ohne symbolische Schlüsselübergabe und eher in trockener Atmosphäre übernahm er dort sein neues Amt von der abgewählten Ruth Metzler.

Metzler empfing Blocher im Salon des Bundespräsidenten, wo auch ein kurzer Fototermin anberaumt war. Dabei stellte sie ihrem Nachfolger den Generalsekretär, die Amtsdirektoren und den Bundesanwalt vor. Der Aperitiv erfolgte hinter verschlossenen Türen.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Der 63-jährige Blocher war seit über 30 Jahren mit der Bündner Ems-Chemie verbunden.

1969 war er in die Rechtsabteilung eingetreten. Ab 1972 war er Direktions-Vorsitzender und VR-Delegierter. 1983 übernahm er die Aktienmehrheit am Unternehmen. Seither fungierte er als VR-Präsident und Konzernchef in Personalunion.

Neben Blocher-Tochter Magdalena Martullo arbeitet auch Sohn Markus im Unternehmen. Er leitet Ems-Dottikon und war zuvor bei McKinsey angestellt.

Die anderen zwei Töchter sind nicht im Unternehmen tätig.

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