Börse: Beruhigung in Tokio

Seit dem Zweiten Weltkrieg war die New Yorker Börse nie mehr so lange geschlossen gewesen. Keystone

Die europäischen Börsen haben den Donnerstag-Handel schwächer eröffnet. Die asiatische Leitbörse in Tokio hat nach dem schweren Sturz des Vortags wieder leicht zugelegt. Die US-Börse bleibt geschlossen.

Dieser Inhalt wurde am 13. September 2001 - 09:52 publiziert

In Tokio schloss der Nikkei 225 für die wichtigsten Aktienwerte am Donnerstag mit 9613,09 Zählern 0,03% über dem Vortagesschluss. Am Mittwoch hatte der Nikkei nach einem Verlust von 6,6% den Handel erstmals seit 1984 unter der Marke von 10'000 Punkten beendet.

Die Schweizer Börse hat am Donnerstag, dem zweiten Tag nach den verheerenden Terroranschlägen in den USA, einen Teil der Kursgewinne des Vortages von über 2% wieder verloren.

Der Swiss Market Index (SMI) notierte rund eine halbe Stunde nach Handelseröffnung mit 5810,0 Punkten um 28,4 Zähler oder 0,49% tiefer. Die Kursschwankungen blieben gross. Zeitweise lag der SMI in den ersten 30 Handelsminuten über 1% im Minus.

Wichtige europäische Handelsplätze, so etwa Frankfurt und Paris, eröffneten ebenfalls mit schwächeren Kursen. An der deutschen Börse gab der Xetra Dax Index eine halbe Stunde nach Handelsbeginn mit 0,63% nach und notierte auf 4307,90 Punkten.

US-Börse: frühestens am Freitag wieder offen

Nach den Zerstörungen in New York und Washington können die amerikanischen Aktienbörsen möglicherweise am Freitag wieder öffnen. Spätestens sollen sie aber am kommenden Montag den Handel wieder aufnehmen. Das gab Richard Grasso, der Chef der New Yorker Börse, bekann, wie die amerikanischen Wirtschaftsnachrichtenagentur "Bloomberg" am Mittwoch meldete.

Seit dem Zweiten Weltkrieg war die New Yorker Börse nie mehr für eine so lange Zeit geschlossen gewesen. Die Gebäude befinden sich in unmittelbarer Umgebung des World Trade Centers.

Enorme Schadenansprüche an Versicherungen

Die Schadenansprüche an Versicherungen nach dem Anschlag auf das New Yorker World Trade Center werden nach Ansicht von Analysten mit bis zu 30 Mrd. Dollar die höchsten in der Geschichte der Menschheit.

Der Schweizer Versicherungs und Finanzdienstleistungs-Konzern Zurich Financial Services ( ZFS) rechnet mit einem 400 Mio.-Dollar-Schaden. Und die Swiss Re, der zweitgrösste Rückversicherungs-Konzern der Welt, erwartet Forderungen von 1,2 Mrd. Franken.

Europäische Zentralbank reagiert

Nach der Terrorserie in den USA hat die Europäische Zentralbank (EZB) der Kreditwirtschaft am Donnerstag zu zweiten Mal schnelles Geld angeboten. Wie schon am Mittwoch können sich die Institute ausserhalb der sonstigen Zuteilungs-Operationen für einen Tag zu einem Zins von 4,25% mit zusätzlichem Zentralbankgeld eindecken.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) sah am Donnerstag keinen Bedarf für eine kurzfristige Liquiditätsspritze. Der Markt sei genügend liquide, sagte ein SNB-Sprecher.

swissinfo und Agenturen

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