Briefe, Flüge und Telefonanrufe: Kein Durchkommen

Zur Zeit fliegt niemand in die USA. Keystone Archive

Die Terroranschläge in den USA haben auch auf die Schweiz Auswirkungen: Der Flugverkehr ist zur Zeit unterbrochen, die Post weist Briefe und Pakete mit Ziel USA und Kanada ab und der Telefon- und Internetverkehr sind erschwert.

Dieser Inhalt wurde am 12. September 2001 - 01:57 publiziert

In New York leben rund 18'000 Schweizerinnen und Schweizer, wie das Schweizerische Aussenministerium mitteilt. Zusätzlich reisen Tausende Touristen jährlich in die amerikanische Grossstadt. Bundesrat Deiss sagte gegenüber Schweizer Radio DRS, dass es zur Zeit unmöglich sei, Informationen über sie zu erhalten und weiterzugeben. Zudem hätte das eigene Generalkonsulat verlegt werden müssen.

Im Zusammenhang mit den Anschlägen in den USA hat das Aussenministerium eine Hotline eingerichtet. Besorgte Angehörige können sich unter der Schweizer Nummer 031/322 27 62 informieren, wie das EDA mitteilte.

Der Luftraum über den USA ist gesperrt

Für die Swissair waren am Dienstag insgesamt neun Maschinen von der Schweiz in die USA geflogen. Sie hatten rund 2'000 Passagiere an Bord, wie Swissair-Sprecher Jean-Claude Donzel in Kloten (ZH) gegenüber swissinfo sagte.

Die Swissair-Maschinen wurden laut Donzel nach der Sperrung des amerikanischen Luftraums in erster Priorität nach Zürich-Kloten zurückbeordert. Zum Teil wurde versucht, sie nach Destinationen ausserhalb der USA umzuleiten.

Auch am Mittwoch bleibt der Luftverkehr mit den USA unterbrochen. Die Swissair hatte nach den Terroranschlägen in den USA am Dienstag auch zwei Flüge nach Beirut und nach Teheran aus Sicherheitsgründen gestrichen. Annuliert wurde am Mittwoch auch ein Linienflug nach Tel Aviv. Dies sagte ein Sprecher der Fluggesellschaft am Morgen.

Für Auskünfte von Passagieren und deren Angehörigen richtete die Swissair zwei Hotlines ein. Sie sind unter den Telefonnummern 01/253 48 95 und 022/710 88 80 erreichbar.

Flüge der US-Fluggesellschaften werden bis auf weiteres annulliert. Wie Unique Flughafen Zürich mitteilte, hat Continental Airlines sämtliche Flüge nach Amerika für die nächsten 48 Stunden annulliert. Delta Airlines wird am Mittwochabend entscheiden, ob die Flugverbindungen wieder aufgenommen werden. American Airlines hat den Flugbetrieb bis auf weiteres eingestellt.

Die grössten europäischen Reisekonzerne haben nach den Terroranschlägen in New York und Washington vorläufig sämtliche Flugreisen in die USA abgesagt.

Auch der Schweizer Kuoni-Konzern hat Reisen sistiert. Vier Flüge wurden abgesagt. Wann Kuoni wieder Reisen in die USA durchführt, ist noch offen. Von den Flugzeugabstürzen sind keine Reiseangebote von Kuoni betroffen. Auch bei Imholz und Vögele Reisen sind keine Gäste direkt von den Anschlägen betroffen. Kuoni-Kunden können USA-Reisen bis zum 17. September annullieren.

Täglich 7 Tonnen Post in die USA

Der Postverkehr von der Schweiz nach den USA und nach Kanada ist infolge der Sperrung des nordamerikanischen Luftraums in beiden Richtungen unterbrochen worden.

Briefe und Päckchen nach Nordamerika werden gemäss Post-Communiqué in den Schweizer Poststellen nicht mehr angenommen, bis sich die Situation verbessere.

Die Post bedauert dies, sieht sich indes nicht in der Lage, die täglich in der Grössenordnung von 5 bis 7 Tonnen anfallende Brief- und Paketpost in die beiden Länder zwischenzulagern.

Drähte liefen heiss

Nach den Attentaten in den USA waren die Telefon- und Datennetze vor Ort stark beeinträchtigt. Telekomanbieter in den USA registrierten doppelt so viele Anrufe wie an durchschnittlichen Arbeitstagen.

Die Auswirkungen auf die Swisscom hielten sich am späten Dienstag Nachmittag noch in Grenzen. Tatsächlich war ihr Netz jedoch durch zunehmende Anrufe in die USA etwas überlastet, sagte Swisscom-Sprecher Christian Neuhaus. Viele Bürgerinnen und Bürger in den USA seien auf das Internet ausgewichen. Auch die Internet-Verbindung in der Schweiz verlief langsamer, sagte Neuhaus.

swissinfo und Agenturen

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