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Bündner und Tessiner im Clinch

San Bernardino-Strecke für Lastwagen nicht geeignet. Keystone

Die Bündner Regierung hat sich erneut dezidiert gegen eine Öffnung des Gotthard-Tunnels nur für Autos und Reisecars noch vor Weihnachten ausgesprochen.

Dieser Inhalt wurde am 04. Dezember 2001 - 20:57 publiziert

Die Bündner Regierungs-Präsidentin Eveline Widmer kritisierte die Tessiner Regierung für deren Forderung massiv. Der Kanton Tessin verhalte sich nicht gerade freund-eidgenössisch, sagte Widmer am Dienstag an der monatlichen Zusammenkunft mit Medienvertretern in Chur. Bereits die Schliessung des Gotthard-Passes für Lastwagen letzte Woche sei ohne Absprache mit anderen Kantonen erfolgt.

Die Tessiner Regierung wolle nach der Brandkatastrophe im Gotthard-Tunnel aus einer schwierigen Situation Vorteile ziehen und ihre Verkehrspolitik durchsetzen. "Das können wir nicht akzeptieren", sagte Widmer weiter und forderte eine gleichzeitige Öffnung des Tunnels für Personen- und Lastwagen.

Erwartungen an den Bundesrat

Laut Widmer hat der Bundesrat die Bündner Regierung in ihrer Haltung bisher unterstützt. Die Bündner Kantonsregierung erwartet deshalb, dass die Landesregierung bei ihrem Standpunkt bleibt, wenn sie diese Woche über die Öffnung des Gotthard-Tunnels entscheiden sollte.

Auch ein reduzierter Sicherheits-Standard im Gotthard-Tunnel sei immer noch höher als derjenige im San Bernardino-Tunnel, erklärte Regierungsrat Stefan Engler. Die Unfälle auf der A13-Transitachse seit der Schliessung des Gotthard-Tunnels hätten gezeigt, dass die San Bernardino-Strecke für Lastwagen nicht geeignet sei.

Eröffnung des Montblanc-Tunnels erneut verschoben

Frankreich und Italien haben die Wiedereröffnung des Montblanc-Tunnels erneut verschoben. Wie die Behörden beider Länder am Dienstag erklärten, soll der Tunnel nicht wie zunächst geplant am 22. Dezember, sondern frühstens Mitte Januar für den PKW-Verkehr freigegeben werden. Zur Begründung hiess es, erst sollten die Sicherheits-Massnahmen erneut geprüft werden.

Der Tunnel, der Frankreich und Italien verbindet, ist seit einer Brandkatastrophe vom März 1999 geschlossen; damals kamen 39 Menschen ums Leben.

Das italienische Verkehrsministerium erklärte, beide Länder hätten sich darauf geeinigt, die Wiedereröffnung auf Mitte Januar zu verschieben, um sicherzustellen, dass alle notwendigen Sicherheits-Massnahmen ergriffen würden. Nach Behördenangaben wurden die neuen Sicherheits-Massnahmen bereits mehr als 5000 Mal getestet.

Besonders die italienischen Behörden dringen auf eine schnelle Wiedereröffnung des Montblanc-Tunnels, da nach einem Brand vom 24. Oktober auch der Gotthard-Tunnel immer noch geschlossen ist und der Güterverkehr nur langsam Italien erreicht.

Ein Sprecher der Stadt Chamonix räumte im französischen Radio ein, man habe sich von der italienischen Regierungen drängen lassen. Viele Bewohner auf der französischen Seite des Tunnels sprachen sich gegen eine Wiedereröffnung aus. Ursprünglich hatten die Behörden gehofft, den Tunnel schon im Sommer 2001 freigeben zu können.

Bis zur Wiedereröffnung des Gotthard-Strassentunnels führt die BLS Lötschbergbahn am Freitag und Samstag, 7./8. sowie 14./15. Dezember je zwei direkte Autozüge von Kandersteg BE nach Iselle/Italien und zurück.

swissinfo und Agenturen

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