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Bundesrat Deiss "glücklich" über die Rückkehr von Raoul

Bundesrat Joseph Deiss (Bild) zeigte sich am Donnerstag (11.11.) vor Medienvertretern glücklich, dass Raoul zu seinen Eltern und seinen Schwestern heimkehren könne. Er appellierte an die Medien, Raoul und dessen Familie jetzt in Ruhe zu lassen.

Dieser Inhalt wurde am 11. November 1999 - 14:44 publiziert

Bundesrat Joseph Deiss (Bild) zeigte sich am Donnerstag (11.11.) vor Medienvertretern glücklich, dass Raoul zu seinen Eltern und seinen Schwestern heimkehren könne. Er appellierte an die Medien, Raoul und dessen Familie jetzt in Ruhe zu lassen.

Der in den USA wegen sexuellen Missbrauchs seiner Schwester angeklagte elfjährige Raoul kann in die Schweiz ausreisen. Dies entschied am Mittwoch (10.11.) Richter James Zimmerman in Golden im US-Bundesstaat Colorado. Er gab der Klage der Verteidigung statt, dass das Recht des Jungen auf ein zügiges Verfahren verletzt worden sei.

Raoul wird morgen Freitag aus den USA in die Schweiz reisen. Er sei beeindruckt gewesen von der Anteilnahme der Öffentlichkeit am Fall Raoul, sagte Deiss weiter. Für sein Departement sei dies auch eine Einladung, sich noch stärker als bisher für Kinderanliegen auf internationaler Ebene einzusetzen. Er denke an die Konvention über die Rechte des Kindes, die Frage der Kindersoldaten oder andere Bereiche, wo Kinder Opfer würden. Vertreter des EDA wiesen an der Pressekonferenz darauf hin, dass die Freilassung bedingungslos erfolgt sei. Es gebe demnach zur Zeit keine Grundlage für eine weitere behördliche Betreuung in der Schweiz. In die Schweiz begleitet wird Raoul von Honorarkonsul Walter Wyss.

Aus der Sicht des Eidgenössischen Departementes für auswärtige Angelegenheiten (EDA) war immer klar, dass Raoul Schweizer Bürger ist und damit Anrecht auf konsularischen Schutz hat, wie Deiss die für das EDA wesentlichen Punkte der Affäre benannte. Die Schweiz habe die Unabhängigkeit der US-Justiz respektiert, aber immer gefordert, dass die Verhältnismässigkeit beachtet werde, umsomehr, als ein elfjähriges Kind im Spiel gewesen sei. Ausdrücklich dankte Deiss dem Geschäftsträger der Vereinigten Staaten in Bern für die ausgezeichnete Zusammenarbeit.

Die Eltern des Jungen zeigten sich bei einer Pressekonferenz in Domat/Ems GR sehr erfreut über den Entscheid des Richters , das Verfahren einzustellen. Besonders froh zeigte sich Andreas Wüthrich darüber, dass Raoul ohne Auflagen freigekommen sei. Er habe immer an einen Sieg der Ehrlichkeit geglaubt.

Wüthrich sicherte zu, dass er und seine Frau alles unternehmen würden, damit Raoul das von ihm erlebte Drama wenn nötig auch mit psychologischer Hilfe so gut wie möglich überstehen und verarbeiten könne. Er dankte insbesondere den Anwälten und dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten, aber auch der Bevölkerung für die Unterstützung. Ohne die Medien, die hinter der Familie gestanden habe, wäre es laut Wüthrich nicht einfach gewesen, Druck auf die US-Behörden zu erzeugen.

SRI und Agenturen

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