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Corti und Bruggisser weisen Vorwürfe zurück

Die Untersuchungsergebnisse über den Untergang der Swissair haben harsche Kritik hervorgerufen. SP, CVP und SVP fordern, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

Dieser Inhalt wurde am 25. Januar 2003 - 09:30 publiziert

Ex-SAirGroup-Chef Corti bestreitet, dass das Grounding unnötig war.

Er hätte die Flotte niemals am Boden gelassen, wenn sich dies hätte vermeiden lassen, nimmt Corti zu den Vorwürfen Stellung. Wenn das nötige Geld für den Flugbetrieb wirklich verfügbar gewesen sei, so sei er darüber von der UBS nicht informiert worden. Die UBS habe damals nämlich das Cash-Management geführt.

Auch der ehemalige Swissair-Chef Philippe Bruggisser weist die Vorwürfe zurück. "Ich stehe zu meiner damaligen Verantwortung und bin mir bewusst, dass man im Nachhinein wohl manches anders entscheiden würde", schreibt Bruggisser in einer Stellungnahme.

Ex-SAirGroup-Verwaltungsratspräsident Eric Honegger sagte dem Schweizer Radio DRS, er habe in den zehn Monaten seines Präsidiums sein Bestes gegeben. "Ich bin überzeugt, dass ich mir keine Verfehlungen habe zu Schulden kommen lassen. Deshalb habe ich ein gutes Gewissen."

CEO und Verwaltungsrat haben versagt

Völlig anders sieht es die Schutzvereinigung Schweizer Anleger SVSA: Sie findet, die Organe der SAirGroup hätten versagt.

Die Geschäftsleitung, dies heisse CEO und Finanzchef, hätten mit grosser Wahrscheinlichkeit ihre Kompetenzen überschritten, indem sie mehr ausgaben, als bewilligt war, sagte SVSA-Präsident Hans-Jacob Heitz. Der Verwaltungsrat habe zudem nur zugesehen und keine Fragen gestellt.

Der Bund glänzte durch Abwesenheit

Am Debakel war auch der Bund nicht ganz unbeteiligt, wie die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Ständerates mitteilte. Es habe an einem frühzeitigen Crash-Szenario und einer speziellen Aufsicht gefehlt. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) hätte etwa die Betriebsbewilligung der angeschlagenen Swissair im Dezember 2000 nur bedingt erneuern dürfen.

CVP spricht von krimineller Bilanzierung

Laut CVP hat die Swissair nicht nur "kreativ", sondern auch kriminell bilanziert. Der Bund solle eine Verantwortlichkeitsklage gegen Management und Verwaltungsrat der ehemaligen Swissair führen, sagte CVP-Generalsekretär Reto Nause.

CVP und SVP bekräftigten ihre Forderung nach einer Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK), um alle Vorfälle um das Swissair-Grounding restlos aufzuklären. Gemäss SVP soll die PUK klären, wie weit der Bund seiner Aufsichtspflicht nachgekommen sei und ob er Verantwortung für die Ereignisse um das Grounding trage.

FDP gegen PUK

Keinen Sinn in einer PUK sieht die FDP. "Das würde viel Geld kosten und keine neuen Erkenntnisse zu Tage befördern", sagte FDP-Sprecher Christian Weber. Primär seien die falsche Umsetzung der "Hunter"-Strategie und das Nein zum EWR für das Swissair-Debakel verantwortlich.

Verantwortlichkeitsklagen gefordert

Auch die SP hält nichts von einer PUK. Vielmehr fordert sie vom Bundesrat Verantwortlichkeitsklagen gegen die Verursacher des Swissair-Desasters. Sie wirft dem Verwaltungsrat und der Geschäftsleitung der ehemaligen Swissair Grössenwahn und Verblendung vor.

swissinfo und Agenturen

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