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Couchepin reist in aufstrebende Industrienation

Indiens Software-Entwickler drängen auf den Weltmarkt

(Keystone)

Wissenschaft und Technologie stehen im Zentrum des Staatsbesuches von Bundespräsident Pascal Couchepin in Indien vom 6. bis 12. November.

In Bangalore wird ein Projekt der wisschenschaftlichen Zusammenarbeit lanciert, in Neu Delhi ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet.

Erste Etappe des Besuches ist die indische Computer-Metropole Bangalore. An einem Seminar mit Vertretern indischer und schweizerischer technischer Hochschulen sollen Grundzüge für eine vertiefte wissenschaftliche Zusammenarbeit im Bereich moderne Technologien ausgehandelt werden.

Die Tatsache, dass zahlreiche Inder fliessend Englisch sprechen, hat dazu geführt, dass viele Call-Center westlicher Firmen, auch aus der Schweiz, heute in Indien stehen.

Indien wurde so zum einem riesigen Dienstleistungs-Zentrum. In den 90er Jahren profitierte das Land zudem vom Engpass an Software-Spezialisten in den westlichen Industrieländern.

Fernziel Forschungszentrum

Wie der Staatssekretär für Wissenschaft, Charles Kleiber, im Vorfeld des Indien-Besuchs erklärte, sollen im Rahmen einer kürzlich beschlossenen Zusammenarbeit der Austausch von Studenten, Professoren sowie konkrete wissenschaftliche Projekte durchgeführt werden.

Fernziel der Initiative ist ein indo-schweizerisches Forschungszentrum. Die beiden Regierungen werden das Projekt finanziell unterstützen.

Von Seiten der Schweizer Regierung ist pro Jahr 1 Mio. Franken vorgesehen, dazu ein Beitrag des Nationalfonds. Ähnlich hoch soll der Beitrag Indiens sein. Unterstützt werden Projekte in den Bereichen Informations-Technologie, Bio-Technologie oder Nano-Technologie.

Rahmenabkommen für die Forschung

Nach einem Abstecher nach Madras und Hyderabad finden am Montag in Neu Delhi die politischen Gespräche mit dem indischen Präsidenten, dem Regierungschef sowie weiteren Ministern statt. Als politisches Fundament wird ein bilaterales Rahmenabkommen für die wissenschaftliche Zusammenarbeit unterzeichnet.

Auch der Empfang von Bundespräsident Couchepin durch das indische Staatsoberhaupt Abdul Kalam dürfte in diesem Zusammenhang stehen. Der aus Südindien stammende Moslem kommt aus der Wissenschaft und gilt als Vater des indischen Raketenprogramms.

Gemäss dem Chef der Asien-Abteilung im Schweizer Aussenministerium, Rodolphe S. Imhoof, bietet die angepeilte Vertiefung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit für die Schweizer Wirtschaft wichtige Perspektiven.

Dabei sei das südasiatische Land schon jetzt ein wichtiger Wirtschaftspartner, erklärte Imhoof. Produkte und Dienstleistungen der indischen Software-Branche finden in der Schweiz regen Absatz.

Imhoof erinnerte an das jährliche Handelsvolumen von 1,2 Mrd. Franken und die bedeutenden Investitionen in Indien. Bei den ausländischen Investoren belegt die Schweiz unter den europäischen Ländern den 6., weltweit den 13. Rang.

Entwicklungs-Zusammenarbeit

Indien ist auch ein Schwerpunktland der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit. Allerdings hat die aussenpolitische Kommission des Ständerates kürzlich die Schweizer Regierung beauftragt, die Entwicklungshilfe an Indien zu überprüfen. Anstatt gegen die Armut setze Indien massiv Geld für Aufrüstung und besonders für Atomwaffen ein.

Allerdings hatte Indien schon Monate zuvor 22 Staaten inklusive der Schweiz, die total 600 Mio. Dollar Entwicklungshilfe geleistet hatten, mitgeteilt, dass es in Zukunft auf solche Hilfe verzichte.

So geht es denn beim Besuch von Bundespräsident Couchepin vor allem um Hilfe bei Naturkatastrophen. Es wird ein Abkommen unterzeichnet, das die speditive Hilfe im Falle solcher Katastrophen verbessern soll.

Dass diese Hilfe der Schweiz bereits effizient ist, zeigte sich beim verheerenden Erdbeben in Gujarat im Januar 2001: Schweizer Retter waren die ersten ausländischen Helfer im Krisengebiet.

Einweihung eines Botta-Gebäudes

Bei einem Abstecher in die zentralindische Stadt Hyderabad nimmt Bundespräsident Couchepin zudem an der Einweihung des Tata-Buildings teil. Architekt des Gebäudes ist der Tessiner Architekt Mario Botta, der an der Feier ebenfalls teilnimmt.

Bei der Tata-Gruppe handelt es sich um Indiens zweitgrössten und mit Abstand renommiertesten Mischkonzern. Entstanden aus einer Baumwoll-Manufaktur setzt der Tata-Konzern heute über 10 Mrd. Dollar um.

Die Unternehmen der Tata-Gruppe walzen Stahl, bauen Lastwagen und PKWs, pflanzen Tee an, vermarkten Strom, Saatgut und Dünger, produzieren Kühlschränke, Uhren und Klimaanlagen, sind in der Telekommunikation und im Versicherungswesen präsent, betreiben Warenhäuser und eine Luxushotelkette und beherrschen die Softwareproduktion genauso wie das IT-Beratungsgeschäft.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Zahlen und Fakten zu Indien

Indien zählt über eine Milliarde Einwohner. Die Hälfte der Bevölkerung ist unter 25 Jahre alt.

Das Handelsvolumen Schweiz-Indien hat ständig zugenommen und betrug 2002 1,16 Mrd. Franken.

Über die Hälfte sind Schweizer Exporte, hauptsächlich Maschinen-, Elektro und Metallindustrie.

Bei den Importen überwiegen Textilien, Chemikalien, Schmuck und Edelsteine.

Die indische Wirtschaft ist robust. So soll das Bruttoinlandprodukt bis Ende 2004 um mindestens 6,5% wachsen.

Das Land hat einen eigenen Entwicklungsfonds mit derzeit 1,6 Mrd. Dollar und tritt in Asien und Afrika als Geberland auf.

Indiens Devisenreserven sind auf die Rekordhöhe von 90 Mrd. Dollar geklettert.

Die Inflation beträgt zur Zeit 3,7%.

Indien kann seine Schulden von 54 Mrd. Dollar aus Entwicklungs-Krediten vorzeitig zurückzahlen. 2002 waren es 3 Mrd. Dollar, 2003 soll es das Doppelte sein.

Die indische Börse stand im Oktober auf einem 30-Monats-Hoch.

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