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Credit Suisse Group gibt sich neue Strukturen

Das Ende der Marken Credit Suisse und Credit Suisse First Boston. Keystone

Die Banken Credit Suisse und Credit Suisse First Boston werden zu einer Einheitsbank vereinigt. Und die Winterthur wird wieder an die Börse gebracht.

Dieser Inhalt wurde am 07. Dezember 2004 - 08:59 publiziert

Die zweitgrösste Schweizer Bank will die Restrukturierung innerhalb von zwei Jahren realisieren.

Die Credit Suisse Group (CSG) verspreche sich von einer Einheitsbank mehr Effizienz und Kundennähe, schreibt die Grossbank in einem Communiqué zu ihrem Investorentag vom Dienstag.

"In den letzten Jahren hat sich unser wirtschaftliches Umfeld grundlegend verändert", begründete Konzernchef Oswald Grübel den Schritt. Mehr denn je müsse man jetzt das Know-how in der ganzen Gruppe zusammenführen, um den Kunden die Professionalität zu bieten, die sie forderten.

Der Zusammenzug der beiden Bankeinheiten erfordere tiefgreifende strukturelle Änderungen, kündigte Grübel weiter an. "Unsere Geschäftskultur wird sich stärker auf die Gruppe als Ganzes konzentrieren müssen."

Schrittweise Umsetzung

Es sollen drei Geschäftsbereiche geschaffen werden, und zwar einer für Privatkunden, ein weiterer für Unternehmens- und Investmentbanking-Kunden sowie ein dritter für die Vermögensverwaltung. Die Veränderungen sollten so schnell eingeführt werden wie es "praktikabel" sei, so der Konzernchef weiter.

Bei CSFB (Credit Suisse First Boston) liegt bisher das Investmentbanking, während Credit Suisse für die Vermögensverwaltung sowie das Schweizer Universalbankgeschäft zuständig ist.

Abbau von bis zu 300 Stellen

Der Umbau zu einer Einheitsbank soll nach Angaben der Bankleitung weder in grösserem Ausmass Arbeitsplätze kosten noch spezielle Rückstellungen erfordern.

Bei CSFB könnten allerdings 200 bis 300 Arbeitsplätze wegfallen, wie CSFB-Chef Brady Dougan am Dienstag erklärte. Die Grossbank hat weltweit 60'000 Angestellte.

Die Mehrkosten sollten bei der Credit Suisse durch zusätzliche Ersparnisse ausgeglichen werden können, so Konzernchef Oswald Grübel.

Börsengang von Winterthur

Ausserdem gab CSG den Abschluss einer Analyse über die Zukunft der Versicherungstochter Winterthur bekannt. Fazit: Gegenwärtig lässt sich laut CSG auf dem Markt kein angemessener Preis für die Winterthur erzielen.

Deshalb solle die Strategie des profitablen Wachstums fortgesetzt werden mit dem Ziel, im Jahre 2007 einen Reingewinn von 1,2 Mrd. Franken zu erwirtschaften.

Damit sollen laut CSG auch die Grundlagen für einen Börsengang der Winterthur geschaffen werden.

Gewinnziele

Zudem kündigte die CSG am Dienstag Mindest-Gewinnziele für die einzelnen Einheiten für das Jahr 2007 an. Bis dahin solle sich der Gewinn der Gruppe auf insgesamt 8,2 Mrd. Franken summieren. Über die unmittelbare Geschäftsentwicklung war nichts zu erfahren.

Für 2004 stellte die Bank eine Dividende von 1,50 Franken in Aussicht. Für 2003 hatte es eine Nennwertreduktion von 0,50 Franken gegeben.

Tendenz steigend

Auf die Bekanntgabe der Neuorganisation reagierten die Aktien der CSG am Dienstagmorgen mit einem Kursgewinn. Bereits in den vergangenen Wochen hatten die CSG-Aktien von den Gerüchten über die Restrukturierung profitiert.

Händler sagten, die Börse unterstütze die neuerlichen Umbaupläne des Finanzkonzerns CSG zwar, aber die Ziele lägen etwas in der Ferne.

Es wäre besser aufzuzeigen, wie das Geschäft in 2005 laufen soll. Positiv sei sicher die Zusammenlegung von Einheiten und der anvisierte Börsengang der Winterthur, so die Händler weiter.

Vor allem ausländische Marktteilnehmer äusserten sich etwas kritischer. "Manche Leute in London sind etwas enttäuscht. Es fehlt das Fleisch am Knochen", sagte ein Händler. CSG bleibe damit weiterhin eine Grossbaustelle.

Zu Handelsende schlossen die CSG-Aktien am Dienstag auf 46.95 Franken, was einer Kursavance von 4.33% gegenüber dem Vortag gleichkommt.

swissinfo und Agenturen

Fakten

1856 Gründung der Schweizerischen Kreditanstalt.
1978 - 1988 schrittweise Übernahme der US-Investmentbank First Boston.
1989 Vereinigung der Geschäftseinheiten im In- und Ausland unter dem Dach der CS Holding.
1993 Kauf der Schweizerischen Volksbank (SVB).
1996 CS Holding wird zur Credit Suisse Group (CSG).
1997 Fusion mit der Winterthur Gruppe.
2002 Unterteilung der CSG in zwei Geschäftsbereiche: Credit Suisse Financial Services und Credit Suisse First Boston.
2004 Fokussierung der Gruppe auf drei Geschäftsbereiche: Credit Suisse, Credit Suisse First Boston und Winterthur.

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